Bern

Grünliberale auf dem Land ohne Chancen

Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 30.03.2010 11 Kommentare

Auf Anhieb haben die Grünliberalen vier Grossratssitze geholt. Sie wollen mit der CVP eine Fraktion bilden.

Von fünf Grossratssitzen hatte Jan Flückiger vor den Wahlen gesprochen. Der Berner GLP-Stadtrat und Präsident der Grünliberalen Schweiz ist aber mit den vier gewonnenen Mandaten zufrieden, trat doch die Partei zum ersten Mal im Kanton Bern an.

Ein Grosserfolg wie in der Stadt Zürich sei in Berns ländlichen Gebieten nicht zu erwarten gewesen. So verfehlte der Oberländer Kandidat Lorenz Kunz – bis 2006 sass er als GFL-Vertreter im Grossen Rat – die Wahl nur knapp. Im Oberland bestand eine Listenverbindung mit der BDP, von der die BDP in diesem Fall profitierte. Im Oberaargau machte Kurt Schär, Geschäftsführer der Elektrovelofabrik Flyer, ein gutes persönliches Resultat, doch errang die GLP-Liste keinen Sitz.

Mehrere Parteien mit dem Prädikat grün im Namen traten zur Wahl an. Bei der GFL wurde die ehemalige Grossratspräsidentin Dorothea Loosli-Amstutz nicht wiedergewählt, die diesmal im Wahlkreis Bern antrat. Sieht sich Flückiger als Ladykiller? Nein, erwidert er. Anstelle von Loosli sei Natalie Imboden von der GB/JA-Liste gewählt worden. Vermutlich habe er eher dem EVP-Grossrat Willfried Gasser Stimmen abgenommen. Er verlor den Sitz.

Kasts Erfahrung ist gefragt

Für eine Grossratsfraktion fehlt der GLP ein Sitz. Vor den Wahlen hatte Flückiger angekündigt, sich mit CVP-Mann Daniel Kast zusammenzutun, der bisher mit drei bernjurassischen Autonomen (PSA) und dem PDC-Grossrat Christian Vaquin aus dem Berner Jura in einer unabhängigen Fraktion war. Vaquin wurde abgewählt.

Kast sagte auf Anfrage, er wolle sich jetzt noch nicht zu einer Fraktionsbildung äussern. Laut Flückiger findet nach Ostern ein Treffen mit Kast statt. Das Interesse an ihm sei gross, verhülfe er doch der GLP zur Fraktionsgrösse. «Ich hätte ihn auch gefragt, wenn wir ihn rein rechnerisch nicht brauchten», sagt Flückiger, denn Kast habe Erfahrung, «und wir vier sind Neulinge».

Die andern drei heissen Thomas Brönnimann, Bildungsexperte beim Bund, der statt eines Gemeindeparlamentssitzes in Köniz ein Grossratsmandat erworben hat, Franziska Schöni aus Bremgarten, als Ärztin in der Forschung tätig – und Sabine Kronenberg, Historikerin und Bieler Stadträtin. Sein Stadtratsmandat in Bern will Flückiger in den nächsten Wochen abgeben: «Beides geht nicht.» (Der Bund)

Erstellt: 30.03.2010, 11:06 Uhr

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11 Kommentare

Paul Rohner

30.03.2010, 09:39 Uhr
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Oben beschriebene Wahlanalise der SP,betreffend SVP BDP zielt an einem nicht unwichtigen Grund vorbei.Mit der Abwahl von CB wurde der Grundstein der Schwächung der SP,CVP,FDP,erfolgreich eingeleitet. Dies zeigte sich im nachhinein für FDP, SP, CVP und auch Grüne immer mehr als Eigengoal.War so voraus zu sehen.Bitte Politiker,seid weiter alle gegen die SVP,das Volk sieht zu und wählt.Besten Dank. Antworten


Rosmarie Guggisberg

30.03.2010, 10:57 Uhr
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Liebe "Genossen" Erinnert ihr euch an den SP-Jubel im Nationalratssaal, als Blocher abgewählt und Widmer-Schlumpf gewählt wurde? Ohne diesen Winkelzug gäbe es keine BDP. Diese BDP nimmt euch jetzt die Stimmen weg... Wie man sich bettet, so liegt man. Es gibt keinen Grund, sich zu beklagen. Antworten



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