Nur noch eine Frau aus Thun
Von Christian Brönnimann. Aktualisiert am 29.03.2010
Im Wahlkreis Thun gab es in diesem Jahr wegen der Wahlkreisreform einen zusätzlichen Grossratssitz zu besetzen. Darauf geschielt haben fast alle. Reüssiert hat von den etablierten Parteien schliesslich die SP. Nachdem die Sozialdemokraten vor vier Jahren noch zwei Sitze verloren hatten, konnten sie nun wieder einen Sitz gutmachen und ziehen neu mit vier Männern ins Kantonsparlament ein. Der Sitzgewinn kam dank der Listenverbindung mit den Grünen und trotz einem Wählerschwund von 22,8 Prozent auf 18 Prozent zustande. Des einen Freud ist des anderen Leid: Die Grünen erhielten noch 8,2 Prozent der Stimmen (2006: 12,6 Prozent), was nur noch für einen Sitz reicht. Die Wiederwahl nicht geschafft hat überraschend die Sekundarlehrerin Elisabeth Bregulla. Ihr Abstand auf den gewählten Thomas Heuberger: 380 Stimmen.
Einen Erfolg verbuchen kann in Thun die BDP. Sie erzielte auf Anhieb einen Stimmenanteil von 14,4 Prozent, was komfortabel für zwei Sitze reicht. Die BDP im Grossen Rat vertreten werden der langjährige ehemalige Gemeinderat von Oberhofen, Ueli Frutiger, sowie der 37 Jahre junge Geschäftsführer Mathias Kohler. Stimmen weggenommen hat die BDP unter anderem der FDP. Letztere muss eine deutliche Niederlage einstecken. Wie schon 2006 hat die FDP einen Sitz verloren. Der Wähleranteil hat sich fast halbiert und ging von 15,6 auf 8,2 Prozent zurück. Über die Klinge springen muss mit Marianne Staub gleich wie bei den Grünen eine Frau. Sie erhielt knapp 350 Stimmen weniger als der gewählte Hans-Rudolf Feller.
SVP hält ihre fünf Sitze
Deutlich stärkste Partei bleibt die SVP. Trotz der neuen Konkurrenz der BDP konnte sie ihren Wähleranteil gegenüber 2006 erhöhen, nämlich von 26,3 auf 30,1 Prozent (inklusive JSVP). Damit hat die SVP ihre fünf Sitze erfolgreich verteidigt. Für einen Sitzgewinn reichte das Resultat indes nicht. Den abtretenden Andreas Lanz ersetzt der Präsident der SVP Stadt Thun, Ueli Jost.
Den Besitzstand von zwei Mandaten halten konnte auch die EVP. Dies gelang ihr trotz einem leichten Wählerrückgang auf 7,7 Prozent. Der Erfolg kam dank der Listenverbindung mit CVP und EDU zustande. Auch Letztere kann mit einem Wähleranteil von 6,9 Prozent ihren einzigen Sitz behalten. Den Einzug ins Kantonsparlament nicht geschafft haben die Grünliberalen, die Schweizer Demokraten und die CVP.
Gemeinderat Siegenthaler schaffts
Zu den Grossratskandidaten gehörten auch drei der fünf amtierenden Thuner Gemeinderäte. Geschafft hat die Wahl einzig der SP-Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler. Gescheitert sind Jolanda Moser (fdp) und Andreas Lüscher (svp). Das fünfte neue Thuner Gesicht im Grossen Rat ist der SP-Gemeindepräsident von Uetendorf, Hannes Zaugg-Graf.
Bereits vor den diesjährigen Wahlen war der Frauenanteil in Thun mit lediglich drei Mandatsträgerinnen eher tief. Weil nun einerseits die beiden Abgewählten weiblich sind und weil sich andererseits unter den fünf Neuen keine Frau befindet, verbleibt als einzige Thuner Grossrätin Elisabeth Schwarz von der SVP. (Der Bund)
Erstellt: 29.03.2010, 08:53 Uhr
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