Bern

Kommentar: Perrenouds neuer Helfer

Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 22.01.2010

Maxime Zuber hat keine Wahlchancen. Er will Wahllokomotive spielen für seinen PSA bei den Parlamentswahlen und die separatistische Sache vorantreiben.

Der autonomistische Sozialist Maxime Zuber gab sich gestern im Beisein von SP-Parteichef Christian Levrat als treuer Parteisoldat: Seine Regierungsratskandidatur, so erklärte er, werde dem berntreuen SP-Regierungsrat Philippe Perrenoud und der rot-grünen Regierungsmehrheit keineswegs schaden, sondern nützen. Und der Mathematiker Zuber rechnete dies in der komplizierten Jurasitz-Arithmetik auch gleich vor. Die Berner SP bleibt dennoch skeptisch. Perrenoud und Zuber sind keine Freunde, sie ziehen in der Jurafrage nicht am gleichen Strick, und die berntreue bernjurassische SP und der separatistische PSA trauen sich nicht über den Weg, wie die präventive Ernennung des Mediators Francis Matthey zeigt.

Zubers Rechnung muss dennoch nicht falsch sein. Denn Niemand aus Zubers Anhängerschaft würde zudem je den harten freisinnigen Antiseparatisten Sylvain Astier wählen. Erhält Perrenoud aber dank Zubers Wahlaufruf nun ein paar Stimmen mehr, so könnte dies – vielleicht – entscheidend sein.

Das Rennen um den garantierten Jurasitz, so viel ist klar, wird zwischen Perrenoud und Astier entschieden. Im deutschsprachigen Kantonsteil ist Astier unbekannt, Perrenoud geniesst als Bisheriger einen etwas grösseren Bekanntheitsgrad. Innerhalb des rot-grünen Quartetts jedoch ist er der Zitterkandidat; als zögerlicher Gesundheitspolitiker ist er in letzter Zeit zunehmend in die Kritik geraten.

Im Berner Jura aber geht es auch um ein ganz anderes Spiel. Perrenoud wie Astier möchten den Berner Jura bei Bern behalten, Zuber möchte ihn mit dem Jura vereinigen. Perrenoud nun steht im berntreuen Lager für den behutsamen innerjurassischen Dialog, während Astier mit provokativer Rhetorik immer wieder auf Konfrontation zum autonomistischen Lager gegangen ist. Der Umstand, dass eine Mehrheit der Bernjurassier von Konfrontationspolitik aber längst genug hat, lässt somit eher die Wahlchancen Perrenouds steigen. Ganz unabhängig vom Abschneiden Zubers. (Der Bund)

Erstellt: 22.01.2010, 11:04 Uhr

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