Klarer Rechtsrutsch im Grossen Rat
Sitzverteilung im Grossen Rat 2010
Sitzverteilung im Grossen Rat 2010
Quelle: Staatskanzlei Kanton Bern
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Nun dürfte es spannend werden, wie der bürgerlich dominierte Grosse Rat mit der rot-grünen Regierung kutschieren wird. SVP-Präsident Rudolf Joder sagte am Sonntag, seine Partei strebe an, mit einer sehr pointierten Politik gegen die rotgrüne Regierung anzutreten und im bürgerlichen Lager den Lead zu übernehmen.
Bürgerliche nicht kompakt
Der bürgerliche Block sei allerdings nicht ganz kompakt, analysierte Politologe Werner Seitz. Dem Freisinn bringe es nichts, weiter nach rechts zu rutschen, und die BDP habe sich programmatisch gegen die Mitte hin positioniert, daran werde sie gemessen.
Die SVP hat ihre Kampfscheidung von der BDP gut verkraftet und minime 0,8 Prozentpunkte eingebüsst. Bei der Abspaltung von der SVP im Jahr 2008 zügelte die BDP 17 Sitze ab. Diese konnte sie aus eigener Kraft locker halten und gar auf 25 Mandat ausbauen.
Feiern mit Widmer-Schlumpf
Zur Wahlfeier der BDP gesellte sich am Sonntagabend auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. BDP-Grossrat Lorenz Hess zeigte sich mit dem Ausgang der Wahl sehr zufrieden und strich die Bedeutung des Resultats für die nationale Ebene hervor.
Bei einer Abfuhr hätte sich sich die BDP schon Gedanken zu ihrer Zukunft machen müssen. Der Partei sei zugute gekommen, dass im Kanton Bern die meisten Wähler nicht parteigebunden seien. Diese habe die BDP angesprochen.
Katzenjammer bei der FDP
Eine regelrechte Schlappe erlitt der Freisinn, der neun Sitze einbüsste und damit einen Verlust von rund 6 Prozent einfuhr. Doch damit nicht genug: FDP-Fraktionschef Adrian Haas schaffte die Wiederwahl nicht.
Einen Verlust von zehn Sitzen habe der Freisinn im Vorfeld als mögliches Szenario in Betracht gezogen, sagte Parteipräsident Johannes Matyassy. Dass es so gekommen sei, sei bitter. Die FDP werde das Ergebnis nun analysieren.
SP verliert sieben Sitze
Einen herben Verlust fuhr auch die SP ein. Sie verliert sieben Sitze. SP-Vizepräsident Roland Näf erklärte sich den Sitzverlust mit Schwächen der SP im ländlichen Raum.
In den Städten und den Agglomerationen habe die Partei erstaunlich gut abgeschnitten und entgegen dem nationalen Trend auch nicht an die Grünen Sitze abgeben müssen.
Die Grünen und die EVP verloren je drei Sitze. Die Grünliberalen konnten auf Anhieb 4 Sitze gewinnen, mit der anderen Newcomerin, der BDP, konnte es die Partei aber nicht aufnehmen.
Das 160-köpfige Berner Kantonsparlament setzt sich neu zusammen aus 44 SVP, 35 SP, 25 BDP, 17 FDP, 16 Grüne, 10 EVP, 5 EDU, 1 CVP, 3 PSA, 4 GLP.
In den letzten Jahren haben sich die Stimmenanteile dementsprechend wie folgt entwickelt:
Stimmenanteile der Parteien seit 1990
(el/sda)Erstellt: 28.03.2010, 23:21 Uhr
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