Bern

In Biel-Seeland sind SVP und BDP auf dem Vormarsch – auf Kosten von FDP und SP

Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 29.03.2010

Im Wahlkreis Biel-Seeland werden drei Bisherige abgewählt, unter ihnen der Bieler FDP-Baudirektor Hubert Klopfenstein. Die beiden bürgerlichen Konkurrenzparteien SVP und BDP gewinnen insgesamt fünf Mandate. Die SP verliert vier, die FDP zwei Sitze.

Vor allem auf dem Land, von Aarberg bis Wengi, haben die beiden bürgerlichen Konkurrenzparteien SVP und BDP gepunktet: Mit sieben Sitzen erreicht die SVP wieder jene Stärke, die sie vor der Abspaltung der BDP hatte. Alle Bisherigen werden wiedergewählt. Die BDP hat ihre bisherige Sitzzahl um ein Mandat auf fünf ausgebaut. Angeführt wurde die BDP-Liste von der Seedorfer Gemeindepräsidentin Beatrice Simon-Jungi, die den Sprung in den Regierungsrat schafft. An ihre Stelle zieht Marianne Schenk-Anderegg, Gemeinderätin aus Schüpfen, als erste Ersatzfrau ein. Weder auf der SVP- noch auf der BDP-Liste schaffte eine Kandidatur aus der Stadt Biel die Wahl. Und unter den zwölf Seeländer SVP/BDP-Mandaten befinden sich lediglich zwei Frauen.

Am meisten eingebüsst hat die SP: Während sie bei den letzten Wahlen 2006 noch acht Sitze erzielte, verfügt sie jetzt nur mehr über vier. Alle Bisherigen schaffen zwar den Sprung. Die Bielerin Monika Barth, die im Verlauf der Legislatur die SP verliess, trat nicht mehr an. Mit Abstand am meisten Stimmen erzielt der Lysser Grossrat und Unia-Gewerkschafter Corrado Pardini. Die mit der SP verbundene welsche PSR kann ihre beiden Sitze halten. Wiedergewählt sind der Bieler Gemeinderat Pierre-Yves Moeschler und die Bieler Stadträtin Michèle Morier-Genoud.

Bisherige Welsche bleiben drin

Dank Minderheitenschutz, im Gesetz über die politischen Rechte für die französischsprachige Bevölkerung festgelegt, wird nebst Moeschler und Morier auf der Liste der Welschfreisinnigen PRR auch der Bieler Schuldirektor und Stadtrat Pierre-Yves Grivel gewählt.

Der garantierte Sitz fordert ein prominentes Quotenopfer bei der FDP: Während die beiden Bisherigen Peter Moser, Unternehmer und Stadtrat Biel, sowie Adrian Kneubühler, Stadtpräsident von Nidau, die Wiederwahl schaffen, landet der Bieler Baudirektor Hubert Klopfenstein auf Platz drei und somit auf dem Ersatzplatz. Die FDP büsst zwei Sitze ein und kommt zusammen mit der PRR noch auf drei Sitze. Klopfenstein reagierte gestern relativ gelassen: Immerhin gehe sein Sitz an den welschen Kollegen. Klopfensteins Vollmandat als Bieler Gemeinderat dauert noch bis 2012. «Ich kann nun meine volle Kraft für dieses Amt einsetzen.» Das schlechte Abschneiden seiner Partei führt Klopfenstein auch auf die grosse neue bürgerliche Konkurrenz zurück.

Ein Sitz für Grünliberale

Die Grünliberalen traten erstmals zur Wahl an und erreichen ein Mandat: Die Bieler Stadträtin Sabine Kronenberg erzielt mit Abstand das beste Resultat. Hingegen verlieren die Grünen Biel GRB einen Sitz und haben mit der Bisherigen Juristin und Familienberaterin Félicienne Villoz-Muamba-Lusamba nur noch ein Mandat. Nicht mehr gewählt ist der Politologe und Präsident der Grünen Biel, Urs Scheuss. Die Liste GRS, Grüne Seeland, kann ihre einzige Vertretung halten, neu zieht Silvia Lüthi aus Ins ins Kantonsparlament ein. Mit insgesamt drei von 26 Mandaten, Grünliberale eingerechnet, erreichen die grünen Kräfte in Biel-Seeland ein relativ bescheidenes Resultat.

Einen Sitzgewinn verbucht auch die EDU: Der Leiter der Stadtgärtnerei Biel, Peter Bonsack aus Kallnach, zieht neu in den Grossen Rat ein. Bonsack ist Präsident der EDU Kanton Bern.

Während die EVP mit der Bisherigen Christine Schnegg-Affolter, Gemeindeparlamentarierin in Lyss, einen Sitz halten kann, bleiben die EVP-Plus- und die Junge EVP-Liste erfolglos. Der Nidauer Stadtrat Philippe Messerli-Weber wird nicht wiedergewählt. Die drei EVP-Listen verfügen nur noch über einen einzigen Sitz. Die CVP ihrerseits verpasst den Einzug ins Parlament.

Ferner liefen

Erfolglose Wahlkreisphänomene bleiben die beiden Listen «Pro Freiheit und IG freie Schweizer Wirte» und «Die Eidgenossen machen Politik für die Schweiz». Während Erstere das «generelle Rauchverbot» und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 60 ausserorts abzuschaffen gelobten, verfolgten Letztere Stammtischziele wie «Ruhe und Sicherheit» und den «Kampf gegen den Asylmissbrauch». Erfolglos bleiben auch die Schweizer Demokraten mit ihrem Alleinkandidaten. Und die Freiheitspartei mit Jürg Scherrer trat nicht mehr an. (Der Bund)

Erstellt: 29.03.2010, 08:59 Uhr

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