Die BDP drängt auf die FDP-Plätze
Von Dölf Barben. Aktualisiert am 01.04.2010
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Die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) will im Grossratssaal auf die guten Plätze rutschen. Bisher war sie in der Mitte hinten postiert, versteckt hinter der SVP. Fraktionschef Dieter Widmer bestätigte gestern, er habe eine entsprechende Forderung bei der Staatskanzlei deponiert. Die BDP-Fraktion will sich dort niederlassen, wo seit Jahren die FDP sitzt – vorne links. Die BDP sei nun nach SVP und SP die drittgrösste Fraktion, sagte er.
Es gebe «Gepflogenheiten und Gegebenheiten», die es zu befolgen gelte, sagte Widmer. Eine Gepflogenheit sei, dass die stärkste Fraktion im Zentrum des Ratssaales sitze (gegenüber dem Rednerpult), die zweitstärkste (von vorne betrachtet) rechts und die drittstärkste links. Die stärkste Fraktion war und ist die SVP (mit neu 44 Sitzen), die zweitstärkste Fraktion ist die SP (35 Sitze), und neu drittstärkste Fraktion ist die BDP mit 25 Sitzen. Die FDP, welche bisher 26 Sitze eingenommen hatte, war am Wochenende eingebrochen. Sie wird in der nächsten Session mit bloss noch 17 Personen ins Rathaus einziehen. Damit haben die Freisinnigen lediglich noch einen Sitz mehr als die Grünen.
Anspruch auf Grossratspräsidium
Wie Widmer mitteilte, hat die BDP gestern Vormittag an einer Sitzung beschlossen, einen weiteren Anspruch anzumelden: Den Anspruch auf das Grossratspräsidium 2012/13. Vorgeschlagen wird Grossrätin Therese Rufer aus Zuzwil. Die diplomierte Bäuerin, die auch als Lehrerin tätig ist, politisiert seit 1998 im Kantonsparlament. 2007 war sie von ihrer Sektion ins Rennen um die Nachfolge von Regierungsrat Werner Luginbühl geschickt worden, der in den Ständerat gewählt worden war. An der Delegiertenversammlung der SVP Kanton Bern wurde dann aber Christoph Neuhaus gewählt.
Rufer müsste im Juni, in der ersten Session der neuen Legislaturperiode, zur zweiten Vize-Präsidentin gewählt werden, damit sie zwei Jahre später – nach Gerhard Fischer (svp) und Susanne Bommeli (fdp) – zur höchsten Kantonalbernerin gekürt werden könnte. Der Modus für diese Wahl folgt seit Jahren dem gleichen Muster: SP, SVP, FDP, kleine Partei. Dieses Muster müsse nun grundlegend diskutiert werden, sagte Dieter Widmer. «Schliesslich sind wir nun gross – und die FDP klein.» (Der Bund)
Erstellt: 01.04.2010, 08:31 Uhr
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