Autonomist Zuber kandidiert für Regierungsrat
Mit seiner Kandidatur will Zuber die Wiederwahl der rot-grünen Mehrheit in der bernischen Regierung aber nicht gefährden. Er trete vielmehr an, um die vier bisherigen Regierungsräte der Linken zu unterstützen, sagte der Stadtpräsident Moutiers am Donnerstag vor den Medien in Bern.
Die Schützenhilfe ist insbesondere für Philippe Perrenoud gedacht. Der bernische Gesundheitsdirektor hält derzeit jenen Sitz in der Regierung, der für den Berner Jura reserviert ist.
Die Autonomisten des PSA wehren sich gegen den Vorwurf, die Linke bei den bevorstehenden Regierungsratswahlen entzweien zu wollen. «Die Stimmbürger haben auf dem Wahlzettel sieben Zeilen zur Verfügung», sagte Zuber. Er empfehle ihnen, die vier bisherigen Regierungsräte von Rot-grün sowie seinen Namen aufzuschreiben.
Front gegen die Bürgerlichen
Die rot-grüne Mehrheit im Regierungsrat verdiene es, wiedergewählt zu werden, betonte Zuber. Die Gefahr lauere auf der bürgerlichen Seite. Für Regierungsrat Perrenoud präsentiere sich die Situation besonders schwierig.
Der Gesundheitsdirektor werde im Wahlkampf mit heiklen Fragen konfrontiert sein. Die Herausforderer dürften ihn mit Vorwürfen zu den steigenden Krankenkassenprämien und der Jurafrage angreifen, sagte Zuber. Als Regierungsratskandidat werde er aber direkt in die Diskussion eingreifen können.
Die bürgerlichen Parteien steigen mit drei Kandidaten ins Rennen um den Regierungsratssitz für den Berner Jura. Es sind dies Grossrat Sylvain Astier (FDP), Patrick Gsteiger (EVP) und Marc Früh (EDU).
Ganz selbstlos sei seine Kandidatur natürlich nicht, räumte Zuber ein. Es sei klar, dass die Teilnahme im Kampf um einen Sitz in der bernischen Regierung gute Werbung für andere Wahlen sei, beispielsweise für jene in den Grossen Rat oder in den Bernjurassischen Rat.
Spielregeln für den Wahlkampf
Auch der Chef der SP-Schweiz, Christian Levrat, bemühte sich vor den Medien um Einigkeit. «Wir wollen die Tradition der Linken im Berner Jura bewahren und die rot-grüne Mehrheit in der bernischen Regierung bestätigen», sagte Levrat. Dabei dürften unterschiedliche Auffassungen in einzelnen Fragen kein Hindernis sein.
Damit es im Wahlkampf keine Probleme gibt, haben die SP Schweiz, die SP des Kantons Bern und die Autonomisten der PSA eine Konvention unterzeichnet. Diese verpflichtet die Parteien dazu, auf gegenseitige Kritik während des Wahlkampfs zu verzichten.
Schriftlich festgehalten wurde auch die Unterstützung der Autonomisten für die rot-grünen Regierungsratskandidaten. Die Spielregeln gelten auch für die Wahlen auf nationaler Ebene im Jahr 2011.
Das alles ändert aber nichts daran, dass bei den bevorstehenden Wahlen im Kanton Bern die PSA und die SP nach wie vor auch Konkurrentinnen sind, wie Irène Marti Anliker, Präsidentin der SP Kanton Bern, sagte. Sie nimmt die Kandidatur Zubers denn auch schlicht zur Kenntnis.
Immerhin: Dank der besiegelten Zusammenarbeit, kann die SP darauf hoffen, auch aus autonomen Kreisen im Berner Jura Stimmen für ihre Regierungsratskandidaten zu bekommen. (vh/sda)
Erstellt: 22.01.2010, 11:04 Uhr
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