Bern

Schweizerdeutsch und deutlich

Von . Aktualisiert am 14.06.2010

Zu dere Kolumne hep mech d Frau Brigitta Guggisbärg us Meiringe animiert. Und zwar het si imene Mail d Aasicht verträtte, dass mer, wemmer Bärntütsch oder au Züritütsch schriibi, ganz andersch tänki und sich au über anders Züüg uuslöigi als of Hochtütsch.

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Ich ha das umbedingt wellen uusprobiere. Zwar chani ned Bärntütsch ond au ned Züritütsch. Aber d Idee, emol so z schriibe, wie eim de Schnabu gwachsen isch – das heisst im miim Fau of Lozärntütsch –, het scho öppis Reizvous asech: en ächti Heruusforderig oder e Tschälensch, wie mer höt­zotaags wördi säge.

Of Schwiizertütsch cha mer sech jo vöu unghobleter uufrege aus of Schrifttütsch. Ond ich hami gopfertoori die Woche wörklech rüdig uufgregt, nämlech öber üse Nazionaurot und öber das Affetheater, wo die im Bondeshus uufgfüert hend wäge dem Schtaatsvertrag mit den Amerikaner.

Öb dä Vertrag guet oder schlächt syg för öises Land, öb er em Finanzplatz ond de Banke ond irne Chunde schaadi oder nötzi, öber zur ändgöutige Uushöhlig vom Bankgheimnis füeri – ond wenn jo: öb das für üüs Durchschnittsschwiizer öberhaupt eso schlimm wäri –, esch irgendwie total undergange i dem parteipolitische Hickhack. Veli vo dene Nazionauröt hend sich inhautlech chuum zo dem Vertrag ggüsseret; ine isch es nor drom gange, öb si die ond die Forderig chönid döreschtiere oder die und die Forderig vo den andere chönid bodige.

Natürlech esch die Debatte am Mändig und Ziischtig nur de Höhepunkt vonere Komödie gsii, wo scho vor langem aaggfange het. Vor allem s Hinondhär vo der SVP esch es Wahnsinnsschpektaku gsii. De Chrischtof Blocher het hüscht und hott gmacht, das mer a d Elefantchue Sabu vom Zirkus Knie erinneret worden isch, wo die Woche dör Zöri ond dör Wettige gstörmt isch. Hinderem Blocher de Tonali Brunner mit hangender Zonge, und de Chaschper Baader, wo sich hin und här gwonde het wienen ächte Winkeladvokat, um üüs Gwöndlechstärbleche z verklickere, wieso sini Manne ond Fraue im Ständerot deför und denn im Nazionaurot degäge gschtomme hend und wiesos denn nächschti Wochen eventuell doch no Jo schtimmid und velecht aber au wider Nei.

Das ganze wär zum Lache gsii, wenns ned zum Hüüle gsii wär. Au de Sozis, wo unbedingt e Bonus­schtüür wend iifüere, isch es in erschter Linie drom gange, iri eigete Aalige dürezsetze. Aber immerhiin hend si för einisch s Vouch hinder sech, wo i aune Umfroge vo de letschte Mönet emmer mit grosser Mehrheit verlangt, dass d Banke schtrenger reguliert und d Boni-Pescht ändlech onder Kontrolle procht wird.

Das d UBS-Bänker, wone finanzielli Kataschtrofe aagrichtet hend ond wo mer mit Milliarde vo Schtüürgälder het müessen us em Schlammassel usezieh, jetzt scho wider mit beide Händ i d Kasse griiffid, esch e Schweinerei, ond dass d Grossbanke wiiterheh chönd wirtschafte, wie si wend, und wiiterheh faktisch a staatlichi Vollkaskoversicherig hend, will üsi Vouksverträtter nid fähig send, sech zämezrauffe ond öppis degäge z ondernäh, gohd mer eifach ned i Grend ine.

De Baader und de Blocher müesstid üs blööde Stüürzahler gefälligscht emol erklääre, wieso uusgrächnet sie, wo ständig vom «Volkswille» schnörrid, dä Volkswille glichziitig zünisch hindertriibid.

Aber das isch noch mynere Meinig gar ned s Hauptproblem noch dem Debakel mit em Staatsvertrag. S Hauptproblem isch, das sech do e zentrali Instituzion vo üsere Demokratie, nämlech s Parlamänt, unglaubwördig gmacht und syni Handligsunfähigkeit vordemonschtriert het. Wenn nämlech sogenannti unheiligi Allianze im Parlamänt entschtönd, wenn auso die Linke und die Rächte zämespannid, um ne Vorlag z bodige, fonktioniert das zwor meischtens – bi der Armee, bi Schtüüre, bi de Sozialversicherige und so wiiter. Aber es sind rein deschtruktivi Koalitione; öppis ufboue, öppis nöis schaffe, cha mer eso ned. Das heisst: Unheiligi Allianze füerid zu Schtagnation und Röckschritt.

Well glichziitig au d Regierig massiv under Drock cho isch ond äbefalls chuum me fähig isch, gmeinsami Projekt dürezzie, mues mer en ächti Miseere konschtatiere. Gott sei Dank gohts üsem Land immer no so guet, dass mer vermuetlich au das einigermassen unbeschädiget wärdid überstoh.

Ond ietz, Frau Guggisbärg, was het die Kolumne of Lozärntütsch wörklech procht? Anderi Gedankegäng; anderi Aasätz? Noch mynere Meinig het si öberhaupt nüüd procht, sorry!

Zum Schnörre ischs Schwiizertütsch e wonderbari Sproch. Aber wemmer syni Gedanke wott verschtändlech uusdrücke ond wenns eim es Aaligen isch, das mer eim über der eigeti Kanton use verschtoht, de ischs Schrifttütsch mit synere allgemein akzeptierte ond differenzierte Grammatik, mit syne Satzschtrukturen ond em breitere Vokabular eifach klarer. Of Schrifttütsch chamer mängs sääge, wo of Schwiizertütsch unpräziser ond unlogischer dehärchond. Drom sind d «Perscheptive» am nöchschte Samschtig sicher weder ide Schriftschproch gschribe. (Der Bund)

Erstellt: 14.06.2010, 15:44 Uhr


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