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Bern

Der tägliche Bürowahn – ab heute täglich im «Bund»

«Dilbert» vereinigte in der «Bund»-Cartoon-Wahl am meisten Stimmen auf sich.

An kaum einem Ort verbringen Herr und Frau Schweizer so viel Zeit wie am Arbeitsplatz – und dieser besteht in vielen Fällen primär aus Pult, Stuhl und Computer. Dilbert geht es da nicht anders – nur dass das Management in seinem namenlosen Grossunternehmen überdurchschnittlich inkompetent ist, der Personalchef ausserordentlich fies waltet und der Büronachbar besonders grosse Freude am Drückebergertum findet.

Seit 21 Jahren zeichnet der US-Amerikaner Scott Adams täglich den Ingenieur Dilbert und dessen Bürozellen-Universum. Dabei stützt sich der heute 52-Jährige auf seine eigenen Erfahrungen als Angestellter – und auf jene seiner Leserinnen und Leser, die ihn mit ihren selbst erlebten Skurrilitäten aus dem Arbeitsalltag eindecken. Seien es die Bonus-Gelüste des Managements, sinnlose Vorschriften aus der Personalabteilung oder neue Absurditäten im Umgang mit dem neuen Computerprogramm, Dilbert hat sich schon mit ihnen allen herumgeschlagen – und er erträgt es meist mit stoischer Ruhe.

Mit wem haben wirs zu tun?

Doch nicht immer steht der Junggeselle mit der abstehenden Krawatte im Zentrum des 3-Bild-Comics. In Dilberts Umfeld finden sich so viele exzentrische, aber darum nicht unbedingt unrealistische Charaktere, dass er manchmal über Tage nur eine Nebenrolle spielt.

Der spitzhaarige Boss, direkter Vorgesetzter Dilberts: In eklatanter Unwissenheit über die Produkte der eigenen Abteilung verspricht er den Kunden oft völlig unrealistische Leistungen.

Alice, ambitionierte und wohl fähigste Mitarbeiterin der Abteilung: Ihre Leistungen werden meist übersehen oder als selbstverständlich wahrgenommen. Daraus resultieren ihre berüchtigten Wutausbrüche.

Wally, langjähriger Mitarbeiter Dilberts: Der Ingenieur mit Brille und Glatze investiert den Grossteil seiner Arbeitszeit in die Entwicklung neuer Methoden, sich vor der Arbeit zu drücken.

Asok, der ewige Praktikant: Obwohl längst qualifiziert, ist für eine Festanstellung des Praktikanten mit indischen Wurzeln nie Geld vorhanden.

Carol, machtbewusste Sekretärin des Chefs: Sie überwacht den Zugang zum Boss und lässt die Angestellten unter ihrer schlechten Laune leiden.

Dogbert, Dilberts Haustier und Alter Ego sowie erzkapitalistischer Unternehmer: Der weisse Hund wohnt zwar bei Dilbert und ist auch oft dessen einziger Gesprächspartner – doch gleichzeitig ist Dogbert auch ein gerissener Unternehmer mit Hang zu asozialen Arbeitsmodellen.

Auch Catbert, der «böse Chef der Personalabteilung» in Katzengestalt, hat Freude an Richtlinien und Auflagen, die den Angestellten ihre Arbeit erschweren.

Als guter Berater stellt sich Dilberts Müllmann heraus: Er erteilt ihm oft die besten Ratschläge für den täglichen Kampf im Büro. (Der Bund)

Erstellt: 25.11.2010, 16:21 Uhr

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