Bern

Währschaftes Diner im Chalet von 1674

Von Sarah Nowotny. Aktualisiert am 30.03.2009

Wer des «Bären»in Unterseen gewahr wird, versinkt zweifellos in Nostalgie: Das 1986 rundum renovierte Chalet mit seinen üppigen Schnitzereien scheint direkt dem Jahr 1674 entsprungen – damals wurde der «Bären» erstmals urkundlich erwähnt.

Infobox

Karte: Währschaftes und Berner Oberländer Spezialitäten.

Preise: Vorspeisen bis Fr. 25.–, Hauptgerichte bis Fr. 46.–.

Kundschaft: Touristen, Einheimische und Paare.

Öffnungszeiten: Di 10–16.30 Uhr, Mi, Do und So 10–23.30 Uhr, Fr und Sa 10–00.30 Uhr.

Adresse: Seestrasse 2, 3800 Unterseen, Tel. 033 822 75 26.

Drinnen ist es rustikal und gemütlich: Das Feuer knistert im grossen Kamin, und es duftet nach Währschaftem gehobener Klasse. Eine Prise Modernität hat aber auch hier Einzug gehalten, denn Nichtraucher und Raucher nehmen artig getrennt in zwei weit voneinander entfernten Sälen Platz. An diesem Abend sind einige Touristen und Paare eingekehrt.

Für den kleineren Hunger gibt es etwa den «Räubereggeteller» mit Speck, Trockenfleisch, Rohschinken, Hobelkäse und Wurst für Fr. 28.–. Auch an Vegetarier ist gedacht, zum Beispiel mit Rösti mit Gemüse für Fr. 19.50. Andere Gerichte locken mit Fisch, Huhn, Schwein, Pferd, Lamm, Rind, Rösti und Fondue für bis zu Fr. 46.–.

Wir nehmen eine Tomatencrèmesuppe (Fr. 7.50) und eine Oberländer Kartoffelsuppe (Fr. 8.–) sowie «Chalbsläberli u e Ankeröschti» und «Gordon blö mit brätlete Härdöpfle» (beides Fr. 29.–). Dazu wird ein halber Liter Salvagnin (Fr. 17.50) gereicht. Schnell ist alles aufgetischt und schnell auch weggeputzt. Denn: Das Essen schmeckt. Die Suppen sind frei vom üblichen Maggi-Geschmack. «Läberli» und Gemüse zergehen im Mund und das Cordon bleu ist so grosszügig gefüllt, als müsste es einen Sennen nach der Arbeit auf der Alp sättigen. Nur der Wein ist etwas zu kühl und zu sauer. Trotz der grossen Portionen wagen wir uns an ein Dessert und werden auch vom Apfelkuchen (Fr. 6.–) und der schwarz-weissen «Schoggi-Mousse» (Fr. 9.–) nicht enttäuscht. Keine Frage: Wegen des Essens und der Atmosphäre darf man den «Bären» ausnahmsweise in diesen Farben schildern.

(Der Bund)

Erstellt: 30.03.2009, 08:57 Uhr

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