Rendez-vous-Date
Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 17.08.2009
Die Rechnung, bitte!
Karte: Mediterrane und Schweizer Küche, Pizze, Flammkuchen.
Preise: vernünftige Mittelklasse.
Kundschaft: Gewerkschaftsleute, Bundesbeamte, Anwohner.
Öffnungszeiten:Mo–Fr, 7.45 bis 22.30 Uhr, Sa/So geschlossen.
Adresse: «Rendez-vous im Monbijou», Ana-Maria und Helmut Witsch, Schwarztorstrasse 11, 3007 Bern, Telefon 031 371 50 51, info@rendezvousbern.ch.
Es geht hier nicht um das Musigbistrot Monbijou und auch nicht um das Ex-Nudelhaus an der Monbijoustrasse, das nun Piccola Napoli heisst.
Da wir befürchten, dass die wenigen Tischchen vor dem Eingang schnell besetzt sein werden, rufen wir vorher an. Die nette Stimme am Telefon verspricht, es werde umgehend ein «Réservé»-Schildchen für uns aufgestellt. Und so geschieht es auch. Trotz den Bemühungen der rot-grünen Stadtregierung, selbst Hauptachsen zu verkehrsberuhigen, ist aus dem Plätzchen kein Idyll geworden, aber: Draussen zu sein ist im Sommer fast immer schöner.
Im «Rendezvous» hält man ein Mittagsangebot bereit, bei dem jeder etwas findet. Ein «plat du jour» (Fr. 19.–) etwa: St. Galler Kalbsbratwurst mit Zwiebeln, Bratkartoffeln, gebackenem Fenchel und kleinem Tomatensalat. Als Sommerpasta (Fr. 18.–) empfiehlt sich Ricotta-Tortelloni mit frischem Blattspinat, ebenfalls mit Tomatensalat. Auch wer statt à la carte die Pizza del Giorno (Fr. 18.50) bestellt, bekommt das Salätchen mitgeliefert. Da die Begleiterin nicht zu den Karnivoren gehört, kann sie mit sommerlichen Menüs wie Roastbeef (Fr. 19.50) oder Cavaillon-Melone mit Rohschinken (Fr. 17.50) nicht viel anfangen. Glücklich wird sie mit den gebratenen Pangasiusfilets auf gemischtem Blattsalat mit Aceto balsamico (Fr. 23.–). Des Testessers Wahl fällt auf die Tagessuppe (Fr. 4.–/einzeln Fr. 6.50): die Gazpacho Andaluz mit Sauerrahm und Knobli-Croûtons. Dazu bestellt er den Kalten Sommerteller (Fr. 17.50): Siedfleisch-Carpaccio auf Couscous mit frischer Minze. Die kalte, pikante Suppe ist ein Volltreffer. Auch das dünn geschnittene Fleisch mundet vortrefflich. In der Tellermitte liegt – kühl und erfrischend – die Kugel aus nordafrikanischem Weizengriess.
Obwohl man sich an heissen Tagen tagsüber von Äthanol fernhalten sollte, gönnen wir uns ein Gläschen Weissen. Uns steht der Sinn nach Ausgefallenem, weshalb wir Epesses (Fr. 5.–/dl) und Chardonnay (Fr. 4.–/dl) links liegen lassen und einen Wein bestellen, dessen Sortenname sonst Rotwein verheisst: Merlot bianco (Fr. 5.–/dl). Landläufige Geschmacksgewohnheiten bedient er tatsächlich nicht: eine interessante Erfahrung, die aber nicht nach Einkellerung schreit.
Der Dessert-Tipp (Fr. 3.50) heisst Caramel-Köpfli. Der Preis verheisst eine Mini-Leckerei, weshalb die Begleiterin nicht nur einen zweiten Löffel verlangt, sondern eine eigene Portion. Es kommen Karamell-Köpfe, garniert mit Rahmwolken und gebrannter Zuckersauce: viel süsse Sünde für wenig Geld. (Der Bund)
Erstellt: 17.08.2009, 10:47 Uhr
Bern
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