Bern

Ein Italiener mit deutschem Namen II

Von Martin Zimmermann. Aktualisiert am 27.07.2009

Wie sein römisches Pendant, war die «Eintracht» zu früheren Zeiten als etwas schmuddeliges Quartierbeizli bekannt. Mittlerweile wechselte das Restaurant aber den Besitzer.

Die Rechnung, bitte!

Karte: Salate, Pizzen, italienische Fleisch- und Nudelgerichte sowie Desserts.
Preise: Durch die Bank weg moderat: Grosse Portion Penne dello Chef für Fr. 16.50.
Kundschaft: Quartierbewohner, Arbeiter und Angestellte aus der Umgebung.
Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 8 Uhr bis 23.30 Uhr, Sa: 9 Uhr bis 23.30 Uhr, So: 10 Uhr bis 22.30 Uhr.
Adresse: Ristorante-Pizzeria Eintracht, Flurstrasse 24, 3014 Bern, Telefon: 031 331 92 26.

Das Berner Nordquartier scheint sich zum Anziehungspunkt für italienische Restaurants mit deutschen Namen gemausert zu haben. Dieser Gedanke drängt sich auf, finden sich doch im Abstand von weniger als zehn Gehminuten gleich zwei Lokale dieser Art. Das Restaurant «Römer» am Turnweg würdigte dieses Blatt bereits im Frühling («Bund» vom 30. Mai). Heute werden nun im Ristorante-Pizzeria Eintracht an der Flurstrasse Gabel und Messer gezückt.

Wie sein römisches Pendant, war die «Eintracht» zu früheren Zeiten als etwas schmuddeliges Quartierbeizli bekannt (das nur im Herbst und im Winter erhältliche Gulasch war trotzdem nicht zu verachten). Mittlerweile wechselte das Restaurant aber den Besitzer. Dieser liess das Interieur dezent überarbeiten: Die Wände wurden neu gestrichen, die Pokale verschiedener lokaler Fussballvereine in den Vitrinen durch Kaffee-Packungen ersetzt, und die vormals nackten Tische auf der Terrasse erhielten hellgrüne Tischdecken. Wichtiger als solche äusserlichen Veränderungen dürften aber jene auf der Speisekarte sein. Die osteuropäisch angehauchten Menüs des Vorgängers wurden durch gutbürgerliche italienische Küche ersetzt. Die Umstellung auf Pasta und Pizza verdient heutzutage zwar nicht mehr unbedingt den Prix Courage für exotische Geschmacks-Erlebnisse. Dem Gaumen hat sie in diesem Fall aber nicht geschadet und dem Geldbeutel auch nicht: Die Preise für die grosszügig portionierten Speisen sind durchs Band weg moderat. So fällt ein kleiner grüner Salat mit einer würzigen italienischen Sauce für Fr. 5.50 sehr preiswert aus.

Mit Fr. 9.50 etwas teurer ist der Salat Caprese. Dafür wurden die Tomatenscheiben liebevoll um einen Berg aus Mozzarella angeordnet und mit einer Handvoll Brunnenkresse garniert. Optisch weniger schön geraten ist die Pizza Parma (Fr. 17.50): Die groben Parmesan-Splitter, die auf den namensgebenden Parmaschinken gestreut wurden, irritieren auf den ersten Blick. Im Geschmack ist die Pizza dafür umso deftiger. Auch die Penne dello Chef – Nudeln mit Crevetten, Auberginen und Zucchetti an einer rahmigen Tomatensauce – vermögen zu überzeugen. Für nur Fr. 13.50 ist die halbe Portion zudem erfreulich üppig geraten.

Den positiven Gesamteindruck rundet die Dessertkarte ab. Neben den handelsüblichen Produkten eines internationalen Glace-Produzenten bietet die Eintracht auch Hausgemachtes an. Besonders erwähnt seien hier die Erdbeeren mit Lambrusco und Schlagrahm. Die Früchte und der italienische Süsswein ergänzen sich sehr gut und sind mit Fr. 6.50 – wie der Rest des Angebotes – preiswert. (Der Bund)

Erstellt: 27.07.2009, 15:23 Uhr


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