Bern

Aus der Stadthitze in den kühlen Park

Von . Aktualisiert am 24.08.2009

Die Rechnung, bitte!

Karte: Mittags Business Lunch und wechselnde Tellergerichte (Fisch, Fleisch, Pasta, Vegi-Teller), Schweizer und italienische Küche.

Preise: Gehobene Preisklasse, im aktuellen Gault-Millau mit 13 Punkten – und einigen Mäkeleien – bewertet. Mittagsangebote zwischen Fr. 25.50 und 32.–, Business Lunch Fr. 49.50, à la carte Hauptgerichte zwischen Fr. 34.– und 55.–.

Kundschaft: Geschäftsleute, Kantonsbeamte, Senioren, Touristen aus aller Welt, Jazzfreunde, die vor einem Konzert in «Marians Jazzroom» Stärkung brauchen.

Öffnungszeiten: Mo–Fr, 6–23.30 Uhr, Samstag, 7–23.30 Uhr, Sonntag, 8–23.30 Uhr.

Adresse: Restaurant Innere Enge, Hans Zurbrügg-Gauer und Marianne Gauer, Engestrasse 54, 3012 Bern, Telefon 031 309 61 11, www.innere-enge.ch.

Bei hochsommerlichen Temperaturen flüchten wir mit dem 21er-Bus aus der Stadt und erreichen in wenigen Minuten ein kleines Paradies vor den Toren Berns. Die Aussicht vom Garten des Restaurants Innere Enge ist atemberaubend. Da wir im knappen Speiseangebot im Garten nichts Passendes finden, nehmen wir auf der Terrasse Platz. Für einen schnelleren Lunch empfehlen sich die Gartenplätze der Brasserie Josephine mit direktem Blick aufs Breitenrainquartier. Obschon wir nicht reserviert haben, findet die freundliche Bedienung rasch einen Platz für uns. Die Tische sind mit pastellgelben Tüchern bezogen, was sommerlich erfrischend wirkt. An den Wänden hängen nostalgische Laternen.

Das Mittagsangebot tönt verlockend: Gebratene Zackenbarschfilets auf Hummersauce mit Bratkartoffeln und gefüllter Tomate (Fr. 25.50), sautierte Lammrückenfiletstreifen mit Frühlingszwiebeln und Curry, serviert mit Tomatenrisotto (Fr. 29.50), Ravioli alla Caprese (Fr. 26.–), gebratene Kartoffelgnocchi mit Blauschimmelkäsesauce, garniert mit frischem Gemüse (Fr. 26.50) oder Vitello tonnato (Fr. 32.–). Der Business Lunch (Fr. 49.50) besteht aus einer Räucherforellenmousse als Vorspeise, Kaninchenragout an Thymian-Rahmsauce mit Eierschwämmli, Speckstreifen und Kartoffelpüree als Hauptgang und einem «Coupe Brownies» (Vanilleglace auf Browniestück) zum Dessert. Wem all dies nicht zusagt, der kann à la carte aus vier weiteren Fisch- und Fleischgerichten auswählen und sie zum Beispiel mit einem «Bärner Märitsalat» (Fr. 16.–) oder einem Karottensüppchen mit Orangen (Fr. 9.90) ergänzen.

Da wir kein Kaninchenfleisch essen und bei über 30 Grad auch nicht allzu viel Appetit haben, entscheiden wir uns für die Lammrückenfiletstreifen und einen Blattsalat mit Ruccola (Fr. 7.50) als Vorspeise sowie für die Gnocchi mit dem Blauschimmelkäse. Um den Durst nicht allein mit Wasser stillen zu müssen, bestellen wir zwei Gläser Rosato del Ticino. Dann lassen wir die Blicke schweifen und bewundern die nostalgische Bar im Inneren. Im Winter lädt ein Cheminée zum Verweilen ein. Es wird serviert. Der Salat ist sehr appetitlich angerichtet und schmeckt frisch, die würzige Sauce mundet ebenfalls. Das Brot dürfte knuspriger sein. Auf die Hauptspeise warten wir recht lange, was aber bei dieser bezaubernden Kulisse nicht schwer fällt. Unsere Geduld wird schliesslich mit zwei schön arrangierten Gerichten belohnt. Zu den Lammfiletstreifen gibt es ein Stück Kürbis – der Herbst ist nicht mehr weit –, Silberzwiebeln und einen Apfelchip. Der Currygeschmack ist sehr dezent, was der Begleiter jedoch zu schätzen weiss. Das schmackhafte Tomatenrisotto hat genau die richtige Konsistenz. Die Kartoffelgnocchi sind knusprig gebraten, die Sauce apart und wohlschmeckend.

Wir geniessen das Essen und die Atmosphäre: Trotz gelegentlich klingelnder Handys an den Nachbartischen ist es angenehm ruhig,eine gepflegte Unterhaltung problemlos möglich. Ein Dessert wäre heute zu viel des Guten. Wir beenden das Mahl stattdessen mit einem Kaffee und kehren dann etwas wehmütig in die Hitze der Stadt zurück.

Franziska Müller

(Der Bund)

Erstellt: 24.08.2009, 11:41 Uhr


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