Aufgetischt: Wo auch chinesische Touristen gerne höckeln
Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 08.06.2010
Stichworte
Die Rechnung, bitte
Karte: Asiatische Küche.
Preise: Mittagsmenüs Fr. 10.50 bis Fr. 14.50, mit Vorspeise + Fr. 2.–; mit Vorspeise und Kaffee + Fr. 4.–. Grosse Anzahl von A-la-carte-Gerichte um die 20 Franken.
Kundschaft: BFF-Schülerschaft (Take-away), Büropersonal, asiatische Reisegruppen.
Öffnungszeiten: («New Öffnungszeiten») Mo–Sa 10.30–14 Uhr, 17.30–20.30 Uhr.
Adresse: «Asian Höck», Monbijoustrasse 29, 3011 Bern, Telefon 031 312 98 88.
Keine schlechte Bilanz, denn nach der langen «Shalimar»-Ära von Bernadette Werro – bis 1993 wurde die sonntägliche Radio-Talkshow «Persönlich» aus dem Café gesendet – gaben sich ab 2001 die Wirte die Klinke in die Hand. Ein Orient-Konzept verlief im Sand, eine trendige «Buddha»-Bar ebenfalls, und ein plüschloses «Grand-Café» mit farbigen Plastikstühlen war auch kein Brüller. 2007 kam «Edison». Der «Asian Höck» – der originellste Beizenname westlich des Jangtse – verzichtete auf Staubfänger wie Löwen, Pagodenattrappen und Fischaquarien, sondern liess es bei rötlich-dunkelbraunen Tischen und Stühlen bewenden. Nicht dass es seither immer voll gewesen wäre, aber die Schülerinnen und Schüler der BFF haben die Take-away-Alternative zu Döner und Sandwich für sich entdeckt (Fr. 9.– bis 11.–).
Wir bevorzugen, besonders bei Regenwetter, einen Tisch am Trockenen. Als Vorspeise (zum kleinen Aufpreis) wählen wir die Maissuppe mit Pouletfleisch. Die Alternative wären Frühlingsrollen, die am Nachbartisch mit Heisshunger vertilgt werden. Serviert wird das schmackhafte Süppchen in einer Porzellanschale mit Porzellanlöffel auf einem quadratischen Holzbrett. Das Hauptgericht, Rindfleisch nach Szechuan-Art mit Naturreis (Fr. 13.50) kommt auf einem quadratischen Teller. Der Reis hat die Form eines Puddings und ist mit einem Orangenschnitz verziert. Das Gericht schmeckt gut und macht auch optisch etwas her. Die asiatische Servierkraft, die «Grüess-ech-me-te-nand» perfekt schweizerisch holperig ausspricht, hatte recht: Es ist «nicht so scharf».
Wem die vier Mittagsmenüs nicht zusagen, findet abends eine grosse Auswahl auf der Karte. Man fragt sich bloss, wie die Gerichte in der winzigen Küche zustande kommen, in der man sich kaum umdrehen kann.
«Man muss sehr früh mit Vorbereiten beginnen», verrät «Edison». Stammgäste loben das Preis-Leistungs-Verhältnis. Zuweilen werden asiatische Reisegruppen gesichtet, die sich auch in der Ferne an die gewohnte Kost halten. Das ist keine schlechte Referenz. (Der Bund)
Erstellt: 08.06.2010, 15:03 Uhr
Bern
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