Aufgetischt: Dem Ruf des Grappas gefolgt
Stichworte
Die Rechnung, bitte!
Karte: Kalte Plättchen, Pasta mit Sauce nach Wahl. Mehr als 100 Grappas im Offenausschank.
Preise: Pasta unter 20.–, Weine und Grappas sehr preiswert.
Kundschaft: Studenten,Altstadtbewohner, Weinliebhaber.
Öffnungszeiten: Mo–Fr, 17.30 –23.30 Uhr, Sa, 18.00–23.30 Uhr, So geschlossen.
Adresse: Restaurant/Enoteca De Fusco, Herrengasse 24, 3011 Bern, Telefon 031 371 45 62, www.defusco.ch.
Dort wird bei Pasta, Rotwein und Grappa bis in die Nacht hinein geplaudert. Wer keine Zeit zum Verreisen hat, der gönnt sich stattdessen eine Auszeit im Restaurant De Fusco. Dorthin haben auch wir uns zu zweit aufgemacht, um dem Berner Alltag einen Schuss «Italianità » zu verpassen.
Klein, aber fein präsentiert sich das Restaurant in der oberen Altstadt. In einem schlauchförmigen Raum bieten helle Holztischchen Platz für 24 Personen. Wir sitzen eingeklemmt zwischen zwei jungen Herren und einem älteren Ehepaar. Die Nähe ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig. Gut, dass uns Antonio De Fusco, sogleich die Karte bringt. Der Pächter ist kein Mann der grossen Worte, wirkt gar etwas mürrisch. Das Menuangebot ist schlicht: Wir haben die Wahl zwischen zehn verschiedenen Pastasorten und 17 Saucen. Die Testesserin entscheidet sich für die Orechiette al Salmone, Aglio, Olio und Rucola, die Begleitung für die Linguine ai Funghi Porcini (beide Fr. 19.–).
Die Wartezeit verkürzen ein grüner Blattsalat (Fr. 8.–) und ein kleines Plättchen mit gemischten Antipasti (Fr. 15.–). Letzteres ist hübsch angerichtet und besteht aus zwei Sorten Salami, Parmesankäse, Rohschinken und schwarzen Oliven. Der Teller ist perfekt proportioniert: Er stillt den grössten Hunger, aber lässt genügend Platz für mehr. Zur Vorspeise trinken wir Roero Arneis aus dem Piemont ( Fr. 5.80/dl) – trocken, angenehm säuerlich und frisch im Geschmack. Im «De Fusco» können sämtliche Weine auch direkt gekauft werden. Der Hauptgang lässt nicht lange auf sich warten – und überzeugt ebenfalls. Die nur mit Öl und Knoblauch servierten Orechiette mit Lachs und Rucola sind leicht und bekömmlich, die Zutaten frisch. Auch das Gegenüber äussert sich lobend: Die Linguine mit Steinpilzen seien cremig und passend gewürzt. Die Grösse der Portionen bewegt sich allerdings an der oberen Grenze. Ein kleiner Teller (Fr. 16.–) hätte den Hunger wohl auch gestillt. Der preiswerte, vollmundige Valpolicello Ripasso (Fr. 5.–/dl) passt prima zur Pasta.
Nach dem Essen wenden wir uns dem Herzstück des «De Fusco» zu: Dem Grappa-Gestell mit über 100 Sorten. Wirtin Cristina De Fusco berät uns – mit Herzblut und Schalk. Und wie sie da so munter parliert, kann sich auch ihr Mann Antonio ein Lächeln nicht verkneifen. Der Elisi (Fr. 6.–) aus Trester der Trauben Nebbiolo, Barbera und Cabernet erweist sich als unser Favorit. Mit diesem weichen, nach Aprikose duftenden Grappa beschliessen wir einen gemütlichen, preiswerten Abend.
(Der Bund)
Erstellt: 08.06.2010, 14:35 Uhr
Bern
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