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Aufgetischt: Das Starköl gehört natürlich nicht in den Automotor

Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 16.06.2010

Selten verköstigt sich eine Familie preiswerter als im Ikea-Restaurant in Lyssach. Frühstück gibts für Fr. 4.95, Inhaber der Familiy-Card bezahlen einen Franken weniger.

Hinter der blauen Fassade des Möbelriesen versteckt sich das Familienrestaurant der Ikea. (Google Street View)

Hinter der blauen Fassade des Möbelriesen versteckt sich das Familienrestaurant der Ikea. (Google Street View)

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Autofahrern ist bekannt, welch ungeheure Wirkung das Erscheinen des blauen Ikea-Würfels neben der A1 auf Frauen ausübt. Ein Glänzen tritt auf ihre Augen. Man ahnt, dass man(n) einen harten Tag vor sich hat. Nach der Rückkehr aus Lyssach ist dieser längst nicht zu Ende, beginnt doch die Arbeit als Heimwerker und Möbel­zusammenschrauber, zu der nicht jeder gleichermassen geeignet ist.

Positiv zu erwähnen ist das Ikea-Restaurant. Selten verköstigt sich eine Familie preiswerter als hier. Frühstück gibts für Fr. 4.95, Inhaber der Familiy-Card bezahlen einen Franken weniger. Dank der Karte kostet ein Teller mit Penne und Bio(!)-Tomatensauce nicht Fr. 4.95, sondern nur Fr. 2.50. Heute sind wir allein, was die Kosten erneut senkt. Noch hat der Mittagsansturm nicht eingesetzt. Die Küchenbrigade setzt ihr fröhlichstes Lachen auf, als sie das Lachsfilet mit Gemüsemedaillon (Fr. 7.95) auf den Teller schöpft.

Wir setzen uns in die Esshalle mit den herabhängenden kugelrunden Hängelampen. Wie die wohl heissen mögen, «Hänglämp» oder «Kogellichten»? Wäre der Media-Markt nicht, man hätte eine tolle Aussicht auf die Juraketten im Solothurnischen.

Das Gemüse hat Biss, pampig ist es auf keinen Fall. Der Lachs schmeckt, auch die Dillsauce. Ikea-Aficionados werden einwenden, das richtige Menü seien die Fleischbällchen. Mag sein, aber die rollen nicht weg. Auch den berühmten einfränkigen Kult-Hotdog im Parterre lassen wir diesmal beiseite.

Um die Enttäuschung der Daheim­gebliebenen zu mildern, erwerben wir Lebensmittel im Shop. Ein Must sind Heringe (Fr. 2.95 bis 4.95) in diversen Geschmacksrichtungen: «Inlagd Sill» (Zwiebel- und Karotten-Marinade), «Skärgårdssill» (Crème fraîche mit Kapelan-Roggen), «Sill i dillmajonnäs» (versteht man) oder Citronsill (dito). Auch tiefgekühlter «Gravad Lax» (Fr. 6.95) kommt ins Körbchen, Stachelbeerkonfitüre («Krusbärssylt» Fr. 3.95) und Orangenkonfi mit Holunderblütenextrakt («Sylt Fläder & Apelsin» Fr. 4.95). Nicht vergessen: zweimal «Kakor Chokladflarn» (Haferflockentaler für uns und die schwedische Nach­barin).

Auch eine Flasche «Starköl» (Fr. 1.50) haben wir gekauft. Zuerst wollten wir den Inhalt in den Automotor schütten, merkten aber, dass es Starkbier ist. Das tranken wir dann zu Hause. (Der Bund)

Erstellt: 16.06.2010, 14:31 Uhr

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