Aufgetischt: Bagels und Prenzlauer Berg in der Länggasse
Die Rechnung, bitte
Karte: Bagels von nature bis prall gefüllt, dazu Muffins und verschiedene Kuchen, Stängelglaces, Schokoladen und weitere Süssigkeiten, Sirup vom Sirupier de Berne.
Preise: Bagels Fr. 2.50 bis 9.–, Kuchenstücke um Fr. 4.50, Cappuccino Fr. 4.50.
Kundschaft: Vorwiegend Studentinnen (und einige Studenten) aller Fachrichtungen sowie Quartierbewohner und Kuchenliebhaber.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 16 Uhr, Sonntag 10 bis 16 Uhr.
Adresse: Kaffee-Bagelbar Tingel-Kringel, Mittelstrasse 12, 3012 Bern, Tel. 031 301 22 91, www.tingel-kringel.ch
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Kombinationen von Brotsorten, Aufstrichen, Beilagen und Hauptfüllungen gibt es hier Hunderte – ähnlich wie in diesem Fernsehwerbespot einer Versicherung, wo der Bestellprozess des Getränks bei einer Kaffeehauskette persifliert wurde. Wer sich in dieser Werbung wiedererkannte, der wird auch im Bagel-Café Tingel-Kringel in der Berner Länggasse einige Stresssekunden erleben. Doch immerhin: Die Bedienung hinter der Theke erklärt gerne auch Uneingeweihten die Optionen und Preismodelle.
Und so geht es: Das runde Brötchen mit einem Loch in der Mitte und osteuropäisch-jüdischen Wurzeln kostet nature Fr. 2.50, mit einem Frischkäseaufstrich Fr. 4.–, mit zusätzlich einer Füllung wie Thon oder Antipasti Fr. 7.– und «de luxe» mit Lachs oder Roastbeef Fr. 9.–. Die Gäste hinterlegen auf der Bestellung ihren Vornamen und suchen sich dann im Altbau-Lokal mit unkonventionellem hellgrün-violetten Anstrich einen Platz. Die beiden Tische auf der Mittelstrasse sind bereits lange vor dem Mittagsansturm besetzt. Doch im Verkaufslokal und in einem zusätzlichen Raum stehen Sitzbänke mit weissem Kunstfell bereit.
Die Bagel werden bald serviert – grosszügig gefüllt und begleitet von einem Messer, welches das Essen etwas einfacher machen sollte. Cremiger Aufstrich und frisches Gemüse machen das runde Sandwich zu einer schmackhaften Mittagsmahlzeit – jedoch zu einer relativ kleinen. Dafür stehen unter einer Armada von Käseglocken so viele Kuchen und Gebäcke bereit, dass die Wahl abermals schwierig wird.
Süssgetränke der Grosskonzerne sucht man vergeblich im Sortiment, dafür finden sich diverse Limonaden kleinerer Hersteller. Auch bei Glaces und Schokoladen setzt die Betreiberin Sabine Marti auf solche. Das Anti-Marken-Sortiment und die Tante-Emma-Laden-Elemente werden im Tingel-Kringel zwar zur Schau gestellt. Aber ohne alternativen Biosandalenträger-Beigeschmack – sondern mit der Hipness eines Szenecafés im Berliner Trendquartier Prenzlauer Berg. Auch stadtbekannte Blogger haben das Lokal bereits für den Wochenendbrunch mit Zeitungslektüre empfohlen.
Auch unter den vielen Studentinnen, welche die Länggasse unter der Woche bevölkern, hat sich das Café herumgesprochen. Das Angebot an Lesestoff scheint so beliebt zu sein, dass die Gastgeberin zum Rotstift greifen musste: «Gala klauen ist doof», steht nun auf der Wand über der Magazinablage geschrieben. Doch ansonsten zeigt sich das Lokal durchaus von der grosszügigen Seite: Hahnenwasser und Gläser stehen zur Selbstbedienung bereit und auf der Unisex-Toilette gibt es einen Vorrat an Hygieneprodukten für die weibliche Kundschaft.
Erstellt: 19.04.2010, 10:25 Uhr
Bern
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