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YB prallte gegen die Xamax-Wand

Gegen die defensiv eingestellten Neuenburger rannten sich die Young Boys fest und enttäuschten bei der 0:1-Niederlage mit einer schwachen Vorstellung ohne Inspiration.

Auch in diesem Laufduell zog YB-Stürmer Matar Coly gegen Omar Ismaeel (rechts) den Kürzeren. (Manu Friederich/EQ)

Auch in diesem Laufduell zog YB-Stürmer Matar Coly gegen Omar Ismaeel (rechts) den Kürzeren. (Manu Friederich/EQ)

Die Ausgangslage nach dem 1:2 von Basel am Samstag gegen GC war für YB so vielversprechend, aber erneut reisten die Berner nach einem Auftritt auf der Maladière mit viel Frust im Gepäck nach Hause. Nach dem 0:3 vom 13. September setzte es auch diesmal für die Young Boys eine Niederlage gegen Xamax ab.

Raphael Nuzzolo, der beste Stürmer auf dem Platz, erzielte nach süperbem Doppelpass mit Kuljic in der 23. Minute den entscheidenden Treffer - und sein fünftes Saisontor. Vladimir Petkovic monierte hinterher das passive Verhalten seiner Verteidiger (Dudar und De Pierro) bei dieser Szene («es war ja von weitem zu sehen, was Kuljic und Nuzzolo vorhatten») - doch nachdenklich muss den YB-Trainer die gesamte Vorstellung seiner Mannschaft während der ersten Halbzeit stimmen. Gegen die nur mit einer Sturmspitze (Kuljic) und dafür mit einem massiven Fünfer-Mittelfeld agierenden Neuenburger taten sich die Young Boys enorm schwer.

Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Schneider rückte der 19-jährige Adriano De Pierro, der diese Saison bisher erst zu neun Einsatzminuten in der Super League gekommen war, in die Startformation, und Yapi bekam erstmals in diesem Jahr den Vorzug vor Hochstrasser. Dagegen musste Sutter mit einer Fussverletzung passen, Christian Schneuwly spielte im rechten Mittelfeld.

Doch vor der Pause vermochten sich die Berner keine einzige klare Tormöglichkeit herauszuspielen. «Es fehlten der Wille und die Aggressivität, um etwas zu bewegen», sagte der enttäuschte Petkovic. Bei bissiger Kälte litt das Spiel der Young Boys unter der hohen Fehlpassquote. Yapi und Dubai vermochten nicht, Akzente zu setzen, Doumbia war kaum zu sehen, Lustrinelli sah gegen Besle und Page keinen Ball, und Regazzoni rackerte oft ohne Unterstützung.

Xamax suchte die Zweikämpfe im Mittelfeld, und Bah wie Dampha wichen keinem aus. Auch über die Seiten war für Schneuwly und Raimondi kaum ein Durchkommen. Und Tixier versuchte, wie schon in den vergangenen Spielen, mit Härte und Laufbereitschaft an Doumbias Nerven zu zerren.

Ein Kopfball von Affolter nach einem Freistoss von Regazzoni, den die Neuenburger irgendwie zu klären vermochten, war die einzige Möglichkeit der Young Boys vor der Pause.

4 Stürmer und die Brechstange

Nach der Halbzeit versuchte YB, mit mehr Aggressivität und einer Rhythmussteigerung zu reagieren. Regazzoni traf mit einem Eckball den Aussenpfosten; Raimondi verpasste mit einem Schuss ins Aussennetz den Ausgleich um Zentimeter. Xamax geriet immer stärker unter Druck, igelte sich vor dem eigenen Tor ein. Mit Bienvenu für Lustrinelli, Hochstrasser für Yapi und später Coly für Verteidiger De Pierro versuchte auch Petkovic, mit seinen Auswechslungen nochmals ein Zeichen zu setzen. Dudar stürmte mit, die Berner gingen zwangsläufig immer mehr Risiken ein. Am Schluss versuchten sie es mit der Brechstange, mit hohen Bällen und mithilfe des böigen Windes wurde der Xamax-Strafraum belagert.

Auf der anderen Seite musste der erneut starke Wölfl bei Xamax-Konter zweimal in höchster Not gegen Kuljic und Wüthrich retten.

Am Schluss feierten die Neuenburger ihren ersten Sieg seit dem 3. Oktober, und Petkovic beschwerte sich über Schiedsrichter Laperrière, der die YB-Spieler mit Worten provoziert habe. Doch Tatsache bleibt, dass YB erneut gegen ein sorgengeplagtes Xamax kein Mittel wusste und zwei seiner fünf Niederlagen in der Meisterschaft gegen die Neuenburger kassierte.

(Der Bund)

Erstellt: 08.03.2010, 08:38 Uhr

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