Bern

Nach der YB-Premiere nun eine Aare-Fahrt

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 09.08.2010

Im vierten Anlauf hat es geklappt. Nach dem 1:0 gegen Fenerbahçe schaffte YB mit dem 2:1 im Letzigrund gegen GC den ersten Saisonsieg.

In der Schlussphase, als die Berner die Müdigkeit zu spüren begannen, die Beine schwerer und schwerer wurden, die Grasshoppers alles nach vorne warfen, hielt es YB-Trainer Vladimir Petkovic in der Coaching-Zone fast nicht mehr aus. Hin und her tigerte er, am liebsten hätte er selbst den Ball aus der Gefahrenzone gekickt.

Dabei schien nach dem 2:0 durch Moreno Costanzo in der 50. Minute, als die YB-Nummer 10 mit einem Freistoss in die hohe Ecke GC-Hüter Swen König überraschte, alles unter Kontrolle zu sein. Petkovic versuchte danach mit Auswechslungen und Umstellungen seinem Team im fünften Spiel innert 15 Tagen neue Impulse zu geben. Raimondi kam für Lulic, Spycher, der zuerst in der Vierer-Abwehrkette auf der linken Seite verteidigt hatte, wechselte nun ins Zentrum mit Hochstrasser vor die Dreierkette. Nach 69 Minuten erschien Christian Schneuwly für Doubai, Regazzoni ersetzte Costanzo, doch der Druck der Grasshoppers nahm zu; und die Zürcher vergaben die besten Möglichkeiten. So in der 63. Minute, als Endogan Adili, der am 3. August 16 Jahre alt geworden war, aus zwei Metern den Ball über das Tor lenkte. Am 13. Mai war der GC-Spieler noch als jüngster Torschütze in die Statistik der Super League eingegangen, als ihm gegen Absteiger Aarau ein Tor gelungen war.

Wölfli mit starken Paraden

Aber nicht nur der GC-Youngster versagte vor dem YB-Tor. Rennella wuchtete den Ball nach guter Vorarbeit von Toko und Lang über die Querlatte (74.). Cabanas, der erstmals in dieser Saison nach seiner Achillessehnen-Entzündung spielte, sah seinen Schuss von Wölfli pariert. Überhaupt: Der Berner Goalie rettete seinem Team mit guten Paraden die drei Punkte. So schafften die Zürcher nur noch den Anschlusstreffer durch Rennella, nach einem Corner von Lang und einem Kopfball von Cabanas, den Wölfli vorerst abwehrt. Beim Rebound war aber kein Berner mehr zur Stelle.

Hinterher interessierte dies Petkovic nicht und auch nicht, dass Dubai in der 69. Minute das 3:0 mit einem Fehlschuss vermasselt hatte, und auch nicht die Gelbe Karte an Costanzo, als dieser in der 32. Minute gegen Smiljanic im Strafraum zu Boden ging und Schiedsrichter Busacca dies als Unsportlichkeit wertete.

«Das Wichtigste ist der Sieg», atmete Petkovic auf und sprach von einem sehr schwierigen Spiel, auch in mentaler Hinsicht. Auch diesmal musste der Trainer in der Startphase mit ansehen, wie seine Mannschaft Mühe bekundete, ins Spiel zu kommen, und sich vor der Pause kaum eine Torchance zu erarbeiten vermochte.

Wieder ein Tor von Bienvenu

Es war für YB natürlich ideal, dass Henri Bienvenu nach guter Vorarbeit von Costanzo und Lulic und begünstigt durch einen Fehler von Smiljanic kurz vor der Pause der Führungstreffer gelang. Aber so wie das Spiel lief, «wäre auch ein Unentschieden möglich gewesen», räumte Petkovic ein. Der Frust blieb so bei Ciriaco Sforza. «Zwei unnötige Gegentore» waren es für den GC-Trainer. Cabanas sprach von einem falschen Freistosspfiff vor dem zweiten Treffer.

Ein Straftraining, wie vor einer Woche nach dem 2:2 in Thun, war diesmal bei GC nicht angesagt. Dafür ist bei YB heute Montag ein Spezialtraining auf dem Programm: Die YB-Spieler wagen sich mit Schlauchbooten auf die Aare. (Der Bund)

Erstellt: 09.08.2010, 06:53 Uhr

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