Bern

YB-Goalie Bürki: «Das ist wie im Traum, ich freue mich enorm»

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 28.07.2010

Die Saisonvorbereitung begann der 19-jährige Torhüter Roman Bürki noch beim FC Schaffhausen. Jetzt hütet er gegen Fenerbahçe das Tor.

Vom Hinter- in den Vordergrund: Heute Abend sind die Augen auf Roman Bürki (Mitte) gerichtet, weil Marco Wölfli (links) gesperrt auf der Tribüne sitzt.

Vom Hinter- in den Vordergrund: Heute Abend sind die Augen auf Roman Bürki (Mitte) gerichtet, weil Marco Wölfli (links) gesperrt auf der Tribüne sitzt.
Bild: Keystone

Vor elf Tagen debütierten Sie in der Super League, nun folgt ihre Premiere in der Champions League. Wie steht es mit der Nervosität?

Sehr gross ist die noch nicht. Wichtig ist, dass ich mich genau so vorbereite wie vor jedem anderen Spiel und der Bedeutung des Matches nicht zu viel Gewicht gebe. Sonst riskiert man, übermotiviert zu sein. Das wäre nicht gut.

Dass Marco Wölfli beim nächsten Europacup-Spiel gesperrt ist, wusste man bei YB seit einem Jahr. Wann hat Trainer Vladimir Petkovic Ihnen mitgeteilt, dass Sie gegen Fenerbahçe spielen werden?

Vor rund einem Monat bekam ich einen Anruf von Goalietrainer Peter Kobel, und er fragte mich, ob ich zu YB zurückkommen möchte, da Paolo Collaviti seine Karriere beende. Schon bei diesem Gespräch wurde angedeutet, dass ich, sollte ich im Training die Erwartungen erfüllen, nicht nur im ersten Meisterschaftsspiel gegen Thun den gesperrten Marco Wölfli ersetzen würde, sondern auch im ersten Qualifikationsspiel für die Champions League.

Gegen Thun kassierten Sie bereits nach 50 Sekunden nach einem Fehlgriff ein Gegentor. Kamen Sie da ins Grübeln?

Nein, ich konzentrierte mich sofort wieder auf das Spiel, auf die nächste Aktion. Das ist Voraussetzung, sonst stellt man sich besser nicht ins Tor.

Die Saisonvorbereitung begannen Sie noch beim FC Schaffhausen, jetzt spielen Sie gegen Fenerbahçe. Kein schlechter Karrieresprung für einen 19-Jährigen.

Das ist wie im Traum, ich freue mich enorm. Klar, es ist der Höhepunkt meiner Karriere, die Stimmung im Stadion wird speziell sein. Ich spüre das Vertrauen der Mannschaft, des Trainers. Die Gespräche mit Marco Wölfli, der Vorbild und Lehrmeister ist, mit Goalietrainer Peter Kobel und auch mit meinem Psychologen geben mir Ruhe.

Was bewegte Sie einst dazu, sich ins Tor zu stellen?

Als F- und E-Junior war ich Feldspieler, aber die Position als Goalie hat mich immer fasziniert. Als Bub stand ich oft hinter dem Tor meines Heimatvereins FC Münsingen und bewunderte den Goalie Martin Bürki, meinen Vater. Als junger Torhüter hat er einst von YB ebenfalls ein Angebot erhalten. Doch die Eltern bestanden darauf, dass er seine Lehre als Heizungsmonteur abschliesst.

Verwirklichen Sie den Traum, den Ihr Vater einst geträumt hat?

Möglich. Er ist nicht nur mein grösster Kritiker, sondern er unterstützt mich enorm. Der Fussball spielt in unserer Familie eine zentrale Rolle. Auch mein Bruder Marco spielt bei YB, als Innenverteidiger bei der U-18. Ich bin überzeugt, dass er es packen wird. Er ist gross und zweikampfstark. (Der Bund)

Erstellt: 28.07.2010, 09:02 Uhr


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