Und wieder nur ein 1:1 für die Young Boys
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 26.07.2010
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2 Spiele, 2 Punkte, 2:2 Tore, das ist die erste Bilanz der Young Boys zum Saisonauftakt. Mehr als Durchschnitt vermochten die Berner bisher nicht zu bieten. Nach dem 1:1 in Thun schaffte YB auch im ersten Heimspiel der neuen Saison gegen Luzern nicht mehr als ein Remis. «Das Unentschieden ist gerecht», empfand YB-Trainer Vladimir Petkovic.
Einerseits hatten die Young Boys Grund zum Hadern, denn Schiedsrichter Circhetta aberkannte in der 14. Minute auf Intervention einer seiner Assistenten das Tor von Doubai. Doch es war kein Abseits, wie die TV-Aufnahmen zeigten. Andererseits bekundete YB auch Glück – und das nicht nur einmal. Hakan Yakin traf mit seinem Schrägschuss den Pfosten (28.). Und in der zweiten Halbzeit kam Daniel Gygax in der 64. Minute nach einem Fehler von Affolter völlig frei zum Schuss. Er traf nicht einmal das Tor.
Und als Ianu sein Zuspiel in die Mitte, wo Gygax und Yakin völlig frei standen, vermasselte, drehte sich FCL-Trainer Rolf Fringer in seiner Coaching-Zone entnervt ab und liess sich in seinen Trainerstuhl plumpsen. «Wir haben YB eine halbe Stunde lang an die Wand gespielt», sagte Fringer später. Zum Saisonauftakt hatte sein Team St. Gallen 4:0 vom Rasen gefegt, liess aber auf der Plastikunterlage im Stade de Suisse die besten Möglichkeiten aus.
Probleme auf linker Abwehrseite
Anderthalb Stunden nach Spielschluss, als er sich auf den Weg zum Mannschaftsbus machte, hatte sich der FCL-Trainer mit dem Resultat abgefunden. «Vielleicht ist es besser so, sonst steigen die Erwartungen bei uns wieder unrealistisch hoch.» Petkovic musste aber wie die YB-Fans konstatieren, dass die Young Boys auf der linken Abwehrseite leckschlugen. Der tunesische Nationalspieler Ammar Jemal ruderte mehr als einmal hilflos, so als sich Ferreira in der 66. Minute durchsetzte und Ianu nach dessen Flanke den Ball mit dem Kopf ins Netz lenkte. «Die Abstimmung klappte nicht, teilweise sind wir undiszipliniert nach vorne gerannt», nahm Captain Marco Wölfli, der einige starke Paraden zeigte, so gegen den Kopfball von Gygax, seinen Teamkollegen in Schutz. In der Schlussphase stellte YB auf eine Vierer-Abwehr um. Mario Raimondi, der Jemal in der 73. Minute ersetzte, wollte sich nicht auf eine Systemfrage einlassen. «Wir haben mit der Dreierabwehr schon viele gute Spiele gezeigt.»
Probleme bekundete YB auch im Mittelfeld, wo Thierry Doubai wenig gelang. Neuzugang Christoph Spycher gab ein unauffälliges Debüt vor seinem YB-Publikum. Nach der langen Verletzungspause fehlte ihm in der Schlussphase etwas die Kraft. Petkovic beurteilte die Leistung von Spycher mit den Worten: «Er hat mit dem Kopf und der Routine seine fehlende Spielpraxis kompensiert.» Auch Moreno Costanzo, die neue Nummer 10, mit seinem spielerischen Potenzial, braucht noch Zeit, es fehlt ihm im offensiven Mittelfeld etwas die Bindung in seiner neuen Umgebung.
In offensiver Hinsicht war aus YB-Sicht Henri Bienvenu der auffälligste Spieler. Der Kameruner zeigte Zweikampfstärke, Kreativität und auch Selbstbewusstsein. Marco Schneuwly dagegen kämpft nach seiner langen Verletzungspause noch mit sich selbst, ein Tor würde für ihn eine Befreiung bedeuten.
Das Tor zum Ausgleich in der 76. Minute gelang aber Abwehrchef Emiliano Dudar, nachdem FCL-Goalie Zibung den Ball nach einem Freistoss von Sutter nach vorne hatte abprallen lassen.
Ist YB gegen Fenerbahçe bereit?
Am Mittwoch geht es für YB nun nicht «bloss» um drei Meisterschaftspunkte, sondern um die geldüberflutete Glanz-und-Glimmer-Liga. Laut YB-CEO Stefan Niedermaier sind für das Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Fenerbahçe Istanbul im Stade de Suisse bis am Samstag bereits 14 000 Karten abgesetzt worden. Ist YB für dieses Spiel bereit? Fragezeichen sind nach den beiden 1:1 gegen Thun und Luzern angebracht. (Der Bund)
Erstellt: 26.07.2010, 07:40 Uhr
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