Bern

Trotz Doumbias Ausfall ist YB weiter auf Meisterkurs

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 03.05.2010

Henri Bienvenu und Xavier Hochstrasser erzielten die Tore zum 2:0 beim FCZ - der eingewechselte Christian Schneuwly leistete bei beiden Treffern die Vorarbeit.

Video: SF


Im Letzigrund feierte YB gestern Sonntag mit dem 2:0 gegen den FC Zürich den 10. Auswärtssieg (bei 7 Niederlagen) der Saison. Damit bleiben die Young Boys auf Meisterkurs. Die Partie wurde für die Berner und ihren Anhang allerdings zur Geduldsprobe. Vor der Pause tat sich YB gegen den ersatzgeschwächten FCZ schwer, vorab in der ersten halben Stunde blieben die Gäste in der Offensive ohne Wirkung.

Doch diesmal stand für YB hinten wieder einmal die Null. Erstmals seit sieben Spielen, seit dem 4:0 gegen GC am 20. März, liess YB kein Gegentor zu. Der Wiedereintritt von Abwehrchef Emiliano Dudar sorgte sichtlich für mehr Ruhe und Ordnung im Spiel der Berner.

Vonlanthen auf der Tribüne

Beim FCZ indes läuft gar nichts mehr. Es war die dritte Heimniederlage in Serie (Basel, Aarau, YB). Und nach dem 1:4 in Luzern ging unter Interimscoach Urs Fischer auch die zweite Partie verloren. Fischer verzichtete dabei auf Johan Vonlanthen, der nicht einmal im Aufgebot figurierte. Der Nationalspieler sah sich das Spiel neben seinem Berater Angelo Semeraro auf der Tribüne an. Nachdem der FCZ die Option auf Ende April für eine definitive Übernahme von Vonlanthen nicht eingelöst hat, stehen die Zeichen ganz klar auf Trennung. «Ich muss den Entscheid, auf die Tribüne zu sitzen, akzeptieren», sagte Vonlanthen, «aber im Hinblick auf die WM ist es natürlich schlecht, wenn ich nicht mehr spiele.» Mit Nationalcoach Ottmar Hitzfeld hat er vergangene Woche über seine Situation ein Gespräch geführt.

Die Spekulationen, Vonlanthen könnte zu den Young Boys zurückkehren, wo er einst als jüngster NLA-Spieler aller Zeiten debütiert hatte, dementierte Sportchef Alain Baumann. «Er ist zurzeit kein Thema. Zudem bleibt es dabei, bis Saisonende äussern wir uns bei YB nicht über Personalien.»

Semeraro hatte indes die YB-Führung bereits bei den Verhandlungen über die Vertragsverlängerung von Degen im April über die Wegzugabsichten von Vonlanthen informiert. Semeraro ist auch der Berater von Degen.

Der FCZ ohne seinen Topskorer Vonlanthen (10 Tore) - YB nach 35 Minuten ohne seinen Goalgetter Seydou Doumbia (29 Tore): Der Ivorer musste mit einer Adduktorenverletzung vom Feld. «Es passierte nach einer halben Stunde, als ich einen Pass auf Regazzoni spielte», erklärte Doumbia. «Ich wollte weiterspielen, aber die Schmerzen in der rechten Leiste waren zu gross.»

Für ihn kam Christian Schneuwly, und dieser sorgte dann für die Erlösung seines Teams. Nach 63 Minuten profitierte er von einem Ausrutscher Rochats und spielte im Strafraum Bienvenu frei, der ohne Mühe zum 1:0 traf. Und 10 Minuten später lancierte Schneuwly mit einer Kopfballvorlage Hochstrasser, Tihinen sah im Zweikampf mit dem YB-Mittelfeldspieler schlecht aus, und Hochstrasser behielt auch vor Leoni die Nerven - 2:0. Es war sein viertes Saisontor innert vier Wochen, der zuvor während der gesamten Saison nicht getroffen hatte. Und Vorbereiter Schneuwly sagte: «Es ist schade für Seydou, aber ich bin froh, dass ich dem Team helfen konnte.»

Selbstsicherer Auftritt

Stark spielte erneut auch Degen, der nach dem Ausfall von Doumbia und dem Wechsel von Schneuwly auf die rechte Seite zeitweise im Zentrum stürmte. Doch wichtig war, dass YB als Mannschaft kompakt und selbstsicher auftrat und wenig zuliess; die beste Möglichkeit des FCZ vergaben kurz vor dem YB-Führungstreffer Nikci, gegen den Wölfli rettete, und Alphonse, der den Ball im Nachschuss über das Berner Tor setzte.

Nach 76. Minuten bejubelten die FCZ-Fans Eric Hassli, der erstmals seit seinem auskurierten Schienbeinbruch im vergangenen September ins Team zurückkehrte. Mehr gab es für die Zürcher an diesem verregneten Nachmittag im Letzigrund nicht zu feiern. Die Berner haben eine weitere Hürde übersprungen - am Mittwoch beim Heimspiel gegen St. Gallen gilt es erneut nicht zu stolpern. (Der Bund)

Erstellt: 03.05.2010, 08:02 Uhr

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