Titelkandidat YB voller Schwächen
Von Ueli Kägi. Aktualisiert am 14.04.2010 7 Kommentare
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Der Mittelfeldspieler von YB stand im Kabinengang, der Match war erst ein paar Sekunden vorbei und Degen «grausam verärgert». An was es YB denn gefehlt habe, wollte ein Journalist wissen. «An allem», sagte Degen, «GC hat uns mit seinen aggressiven und spielerischen Elementen etwas vorgemacht.» Eine Erklärung hatte er nicht für diesen bescheidenen Auftritt seines Teams. Degen rechnet damit, dass Basel heute gegen St. Gallen mit einem Sieg aufrücken wird bis auf drei Punkte, weil Basel seine Punkte schon machen werde. Er fordert vom eigenen Team: «Wir müssen jetzt erwachen, sonst geht es schneller, als wir denken.»
Goalie Marco Wölfli zog sich zuerst in die Kabine zurück, bevor er bereit war, über das Spiel zu sprechen. Er hatte nicht erwartet, dieses GC problemlos besiegen zu können. Er sah Mängel im YB-Spiel vor allem auf den letzten Metern vor dem gegnerischen Tor. Er will nach dem äusserst glückhaften 2:1 gegen Bellinzona am Wochenende und dieser Niederlage nicht gleich eine Krise herbeireden. Er will nichts wissen von einem unangenehmen Beginn einer unangenehmen Fussballwoche mit Sion als nächstem (Auswärts-)Gegner. Er will auch nichts hören vom steigenden Druck. Er sagt: «Druck ist immer da, sonst wäre es nicht lustig.» Oder: «Wir wissen, dass wir stark sind. Und das sind wir noch immer.» Und: «Wir sind immer noch an der Spitze. Und das ist gut.»
GC: Spielverderber-Spezialisten
Sie waren sich alle einig bei YB. Die Grasshoppers hatten diesen Match verdient gewonnen. «Wir waren zu wenig aggressiv, wir machten zu viele Fehler, wir leisteten uns zu viele Fehlpässe», fand Trainer Vladimir Petkovic. Was ihm blieb, war die Forderung, positiv zu bleiben und vorwärtszuschauen. Vor der Partie hatte Petkovic noch gehofft, mit drei Punkten bei GC einen doppelten Effekt zu erzielen, weil dem FCB jeder YB-Sieg weh tue. Jetzt konnte er nur feststellen: «Wir haben keinen Schritt nach vorne gemacht, aber noch immer sechs Punkte Vorsprung. Ob es sechs bleiben, vier oder drei werden, das ist egal.»
Für die Grasshoppers gilt, dass sie sich in der Rolle des Spielverderbers gefallen. 2009 hatten sie den FCZ mit einem Heimsieg gegen Basel zum Meister gemacht. Trainer Ciriaco Sforza sagte gestern: «Wir machen keine Geschenke an Basel, sondern nur Geschenke an die eigenen Fans.» Und so darf jetzt YB auf den zehnten GC-Heimsieg in Folge hoffen, in elf Tagen gegen den FCB. (Der Bund)
Erstellt: 14.04.2010, 07:23 Uhr
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