Bern

SCB als Inspirationsquelle für YB

Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 27.04.2010

Der SCB hat seinen Part erfüllt. Jetzt will YB nachlegen und seinerseits den 12. Titel der Klubgeschichte holen. Es wäre erst das zweite Mal, dass beide Klubs im gleichen Jahr Meister werden.

Die Young Boys sollen sich am SCB orientieren und am Ende der Saison den Titel bejubeln. (Keystone)

Die Young Boys sollen sich am SCB orientieren und am Ende der Saison den Titel bejubeln. (Keystone)

Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

1959 war ein sehr guter Jahrgang für den Stadtberner Sport. Ende Februar holte der SCB den ersten Meistertitel in seiner Vereinsgeschichte. Drei Monate später bejubelte die Hauptstadt den neuerlichen Meisterschaftsgewinn des BSC Young Boys. Das Team des legendären Trainers Albert Sing sicherte sich mit einem 5:0-Sieg gegen Urania Genf bereits drei Runden vor Schluss die dritte Titel-Krone in Serie. «Der zweite Meisterschafts-Hattrick im Schweizer Fussball: Young Boys!» titelte der «Bund» in seiner Abendausgabe vom 1. Juni 1959. Die Stadtzeitung war voll des Lobes über die Gelb-Schwarzen, die damals das Mass aller Dinge waren im Schweizer Fussball: «Sie erklommen anlässlich der Meisterschaft 1957 mit 45 von 52 möglichen Punkten die höchste Stufe, die je ein Champion der A-Klasse zu 14 Teams erreichte. Sie sind ferner Rekordinhaber des Eicher-Cups, der Auszeichnung für die beste Rangierung aller Mannschaften, und schraubten dort 1958 die Marke auf 27 Punkte, als dem höchsten je erzielten Stand.»

Gut möglich, dass der «Bund»-Journalist noch euphorisiert war vom legendenumwobenen Match zwischen YB und Stade Reims am 15. April 1959 im Meisterpokal-Halbfinal. Über 60 000 Zuschauer waren damals im Wankdorf Zeuge, wie YB dank einem Tor seines «Kanoniers» Geni Meier die favorisierten Franzosen 1:0 schlug.

«Der Titel beflügelt uns»

51 Jahre später könnte es sein, dass sich die Geschichte einer doppelten Meisterfeier wiederholt. Am Samstag gewann der SCB den siebten und alles entscheidenden Playoff-Finalmatch gegen Genf-Servette mit 4:1. Die Mehrzahl der über 17 000 Zuschauer in der ausverkauften Postfinance-Arena geriet schier aus dem Häuschen, als Ivo Rüthemann kurz vor 23 Uhr als Erster den Meisterpokal in die Höhe stemmte. Was folgte, war eine lange, feuchte und bierselige Party, die sich für viele Fans und Spieler bis weit in den Sonntag hineinzog. Jenen SCB-Cracks, die sich nach dem Meisterumzug durch die Innenstadt unverzüglich ins Wankdorf begaben, um YB zu unterstützen, war der warme Applaus des Berner Anhangs gewiss.

Stefan Niedermaier, Betriebsleiter des Stade de Suisse, empfindet die meisterliche Vorlage der Berner Eishockeyaner nicht als zusätzliches Druckmittel, sondern vielmehr als Inspirationsquelle für YB: «Der SCB hat mit seinem Erfolg bewiesen, dass man in Bern sehr wohl Titel holen kann. Das beflügelt uns.» Niedermaier ist clever genug, um trotz der wieder günstigeren Entwicklung im Titelrennen nicht abzuheben. «Es bleibt eng und spannend bis zum Schluss», prophezeit er.

Gut möglich, dass die Entscheidung erst am frühen Abend des 16. Mai fällt, wenn die Partie YB - Basel angepfiffen wird. Sollte es den Bernern gelingen, sich die Basler erfolgreich vom Leibe zu halten, so steht einer zweiten Meisterfeier innert dreier Wochen nichts im Weg. «YB hat wie der SCB einen Umzug durch die Innenstadt zugute», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät auf Anfrage. Er rechnet damit, dass bei dieser Party etliche Bernerinnen und Berner mehr auf den Beinen sein werden als bei den Eishockeyanern am letzten Sonntag. (Der Bund)

Erstellt: 27.04.2010, 07:40 Uhr

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