Bern

Petkovics Poker missglückte

Von Peter Herzog, Luzern. Aktualisiert am 14.05.2010 3 Kommentare

Nach dem 1:5 bei Luzern nahm der YB-Trainer die Schuld auf sich.

YB-Trainer Vladimir Petkovic: «Vielleicht habe ich der Mannschaft ein falsches Zeichen gesetzt». (Valeriano Di Domenico/EQ Images)

YB-Trainer Vladimir Petkovic: «Vielleicht habe ich der Mannschaft ein falsches Zeichen gesetzt». (Valeriano Di Domenico/EQ Images)

Links

Artikel zum Thema

Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Sage und schreibe fünf Gegentore – so viele wie noch nie in dieser Saison, kassierten die Young Boys bei Luzern – und am Sonntag will diese Mannschaft Schweizer Meister werden. Es war eine Demonstration der Zentralschweizer gewesen, welche auf dem tiefen, regendurchtränkten Boden die umgestellte YB-Mannschaft regelrecht zerlegten.

Nach 79 Sekunden lagen die Berner durch das Tor von Ferreira bereits 0:1 zurück, «dabei sind wir mit dem Vorsatz auf den Platz gekommen, zuerst einmal die 0 zu halten», wie Mario Raimondi hinterher bekannte. Auf die Vorsichtsmassnahme seines Trainers Vladimir Petkovic, der Abwehrchef Dudar wegen der drohenden Spielsperre bei einer Verwarnung für die Finalissima am Sonntag gegen Basel auf der Gersag die Ersatzbank wärmen liess, wie auch Henri Bienvenu aus dem selben Grund, wollte Raimondi nicht eingehen.

Der YB-Trainer bekannte dann selber: «Ich habe versucht, ein bisschen zu pokern, und ich habe meine Partie verloren. Vielleicht habe ich der Mannschaft ein falsches Zeichen gesetzt.» Zur Pause war alles vorbei – es ging in der zweiten Halbzeit für YB nur noch um Schadensbegrenzung, wie Christian Schneuwly zugab. «Der Trainer wies uns an, jetzt vor allem zu versuchen, keine Kanterniederlage einzufangen.»

Minimalismus, der Sorgen macht

Doch das schaffte YB nicht – wie das Resultat zeigt. Und Petkovic gab zu, «der Minimalismus, den die Mannschaft zeigte, macht mir ein bisschen Sorgen.» Ganz anders die Stimmungslage von Rolf Fringer. Vor einem Jahr hat er mit dem FCL in der Barrage gegen Lugano gekämpft – jetzt führte er die Mannschaft auf Platz 4 und in die Europa League; das ist die beste Klassierung des FCL seit dem Meistertitel 1989. «Die Mannschaft hat hervorragend gespielt, spielerisch, taktisch, von der gesamten Organisation her. Wir haben das System umgestellt auf 3-5-2, und damit die Seiten verstärkt», sagte Fringer. «Ferreira hatte die Aufgabe, Degen zu stoppen – und Luqmon auf der anderen Seite Raimondi.» Und nach 79 Sekunden stand Ferreira nach einem herrlichen Durchspiel von Yakin und Chiumiento alleine vor Wölfli und traf zum 1:0.

«Es ist besser auf Sieg zu spielen als auf Unentschieden», machte sich nach den fünf Gegentoren YB-Goalie Marco Wölfli Mut. «Am Sonntag sind 30'000 im Stadion, und wir werden auf diese Niederlage antworten.»

Doch wer dieses YB gestern Donnerstag gesehen hat, wie es sich von Luzern dominieren lassen musste und während des ganzen Abends zu drei Möglichkeiten kam, wobei Regazzoni gar noch mit einem Elfmeter an Zibung scheiterte, der wird sich Fragen stellen.

Kann Petkovic nach dem verlorenen Poker am Sonntag nun die Asse auf den Tisch zaubern?

Luzerns-Trainer sah sich gar veranlasst, seinem gedemütigten Gegner für die Finalissima am Sonntag Mut zuzusprechen. «Ich denke, wir haben YB heute geholfen. Es ist besser, in einem entscheidenden Spiel vor eigenem Publikum auf Sieg spielen zu müssen, als zu wissen, dass ein Unentschieden reichen würde.» Die Antwort darauf müssen in zwei Tagen die Young Boys geben.

(Der Bund)

Erstellt: 14.05.2010, 08:50 Uhr

3

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

3 Kommentare

Heldner Jürg

14.05.2010, 11:08 Uhr
Melden

Dass eine Manschaft wie YB überhaupt um den Meistertitel spielen kann sagt schon alles über das Niveau der Super League. YB's gestrige "Leistung" gegen den FC Luzern zeigte nur allzu deutlich auf, dass YB längst wieder im Mittelmass versunken ist und sie nie mehr an die Leistung der Vorrunde anknüpfen konnten. YB, nächste Saison sogar ohne Dumbia und Yapi, fehlt es an Charakter und Klasse, sorry. Antworten


Kay Eskes

14.05.2010, 10:38 Uhr
Melden

Bin immer noch fassungslos! Wie konnte Petkovic in einem solchen Spiel Dudar und Bienvenue "schonen"?! War ihm nicht bewusst, dass die "Finalissima" bereits gegen Luzern begonnen hatte...einfach absolut unverständlich. Wie kann man seine Trümpfe so stumpfsinnig verpuffen? Antworten




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.