Bern

Meisterträume/-ängste: YB sei Dank

Von Barbara Hayoz*. Aktualisiert am 14.05.2010

Politik und Fussball kennen viele Gemeinsamkeiten. Bei beiden führt der direkte Weg nicht immer zum Ziel, scheinbare Nebensächlichkeiten können ausschlaggebend sein, und es geht um Entscheidungen.

Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Bei den Siegern führen Letztere zum kollektiven Freudentaumel, bei den Verlierern zu hängenden Schultern. Mit Unentschieden wird niemand so richtig glücklich. Vielleicht ist das mit ein Grund, weshalb guteidgenössische Kompromisssuche in der Politik die Massen nicht zu begeistern vermag.

Fussball dagegen ist Emotion pur – faszinierend auch deshalb, weil er Massen bewegt, sei es im Torjubel oder in der Totenstille von Tausenden, wenn mit dem Schlusspfiff Träume platzen. Dieses Atmosphärische am Fussball hat mich gepackt. Heute gehört es zu meinen schönsten Momenten, an den (Heim-)Spielen der Young Boys dabei zu sein; unsere Boys zu unterstützen, anzufeuern, mit ihnen zu jubeln und zu leiden.

Während der ganzen Saison hat uns YB Freude, Spannung und bisweilen auch Ärger – wie die 1:4-Niederlage gegen Sion – gebracht. Ob der Ball im entscheidenden Moment 10 Zentimeter übers Aluminium fliegt oder das Netz zum Zittern bringt, ist letztlich Glückssache. Dazu gehören mitunter auch Schiedsrichterentscheide.

Stolz sind wir auf die Resultate von YB und tragen mit Freude gelb-schwarz. Unser Selbstbewusstsein wird beflügelt. Nicht nur auf dem Eis, auch auf dem Rasen solls gelingen! In diesen Tagen sind wir alle irgendwie YB. Noch wenige Tage trennen uns von der Meisterfeier. Ich träume von einem gelb-schwarzen Bundesplatz, von holländischer Begeisterung in Berns historischen Gassen, vom alle vereinigenden Siegestaumel – grosses Glück für einen langen Augenblick.

Ich glaube an YB – diesmal packen wir es! Darum: locker werden, Jungs, die Festbänke auspacken und zusammen den nächsten Sonntag geniessen. Aber egal was kommt, man bleibt eine Gemeinschaft. Danke YB – danke für die vergangenen 365 Tage, für alles, was ihr uns gegeben habt!

* Gemeinderätin Barbara Hayoz (FDP) leitet die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik der Stadt Bern und besucht regelmässig die Heimspiele der Young Boys.

(Der Bund)

Erstellt: 14.05.2010, 08:41 Uhr

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