Bern

Martin Weber: «Einfach keine Angst haben»

Von . Aktualisiert am 12.05.2010

«Natürlich hoffe ich, dass YB Meister wird. Aber das wird schwer.» Der das sagt ist Martin Weber, mit 499 Partien YB-Rekordspieler, und Mitglied des Meisterteams von 1986.

Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Der Druck ist enorm. Auf die Mannschaft, auf den Verein. Kommt es am Sonntag zum Finale, sehe ich dort leichte Vorteile für Basel. Sie sind erfahrener in solchen Situationen.

1986 hatten wir fast die gleiche Ausgangslage, hätten in der vorletzten Runde Meister werden können. Aber von uns wurde es nicht erwartet. Heuer war YB hingegen die ganze Saison voraus, hatte 13 Punkte Vorsprung, jetzt kommt es zum Showdown. Wir spielten locker, weil wir als Aussenseiter auftraten. Wir hatten auch Druck, aber nur jenen, den wir uns selber auferlegten.

Man muss sehen: Das ist nicht eine einmalige, aber eine spezielle Chance, die sich jetzt bietet. In den nächsten Jahren wird es nicht einfacher, Meister zu werden – ohne Doumbia, ohne Yapi.

Am Sonntag bin ich im Stadion, klar. Den einen oder anderen aus unserem Meisterteam werde ich sicher treffen. Aber kaum alle, wir sitzen ja im Stadion zerstreut. Zudem wurde das alte Meisterteam von YB auch nicht eingeladen.

Ich kann mich noch gut erinnern an die zwei verlorenen Cupfinals in den letzten Jahren – und an die Finalissima in Basel. Von dem her wissen wir, dass diese Mannschaft in solchen Momenten versagt hat, bis jetzt. Das muss sich ändern. Die Spieler dürfen keine Angst haben. In jenen Partien in der Rückrunde, die ich gesehen habe, spielten sie verhalten – ob gewollt oder nicht. Das kann nie das Ziel sein. Das Ziel muss sein: angreifen, um zu gewinnen. In diese Richtung wird der Trainer auch arbeiten, denke ich. Petkovic gibt ihnen die Vorgabe: «Wir wollen gewinnen am Sonntag.» Er hat viel bewegt diese Saison. Aber das Tüpfelchen auf dem i, das fehlt noch. Sonst kommt die Depression in Bern. Das wäre ein herber Rückschlag für alle. Aber jetzt glauben wir dran.

Doch vielleicht machen sie es ja bereits am Donnerstag – das würde mich nicht einmal überraschen. Plötzlich schiessen die Xamaxien ein Tor – und die Basler werden nervös. Das haben wir alles schon erlebt! (Aufgezeichnet: ebi)

Heute trainiert der Versicherungsfachmann den Erstligisten Düdingen. (Der Bund)

Erstellt: 12.05.2010, 08:00 Uhr

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