Bern

Leere Beine und Köpfe bei YB

Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 30.08.2010 5 Kommentare

YB fehlte gestern gegen Sion die Kraft, um bestehen zu können. Folgerichtig setzte es beim 0:2 im Tourbillon eine weitere Niederlage ab. Nur Torhüter Wölfli genügte höheren Ansprüchen.

Was sich Ende der ersten Halbzeit abspielte, passte zum verunglückten YB-Ausflug ins Wallis. David Degen war von Sion-Verteidiger Bühler so ungeschickt von den Beinen geholt worden, dass Schiedsrichter Circhetta gar nicht anders konnte, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Was folgte, war ein kurzer Disput zwischen dem Gefoulten und Bienvenu um die Ausführung des Penaltys. Der Kameruner setzte sich durch und schoss den Strafstoss. Das Resultat war ein wenig platzierter Schuss, den Sion-Torhüter Vanins ohne grosse Probleme festhielt.

Der verschossene Elfmeter war eine Schlüsselszene in diesem Match. Es wäre das 1:1 gewesen und hätte den Bernern Energie zuführen können, welche sie in der zweiten Halbzeit dringend benötigt hätten. Denn je länger der Match im Tourbillon dauerte, desto grössere Vorteile erarbeiteten sich die Platzherren. Im Mittelfeld wurden der begnadete Techniker und Stratege Obradovic, Dominguez und Rodrigo immer dominanter. Als sich die 70. Minute näherte, kam Sion fast bei jedem Angriff gefährlich zum Abschluss. Marco Wölfli parierte der Reihe nach gute Schüsse von Mrdja, Sio und wieder Mrdja. Bei einem abgefälschten Schuss von Obradovic und einem Pfostentreffer von Dominguez hatte der YB-Goalie zudem das Glück des Tüchtigen. Nun brodelte das Tourbillon. Der Sion-Anhang forderte von seinem Team lautstark die Entscheidung. Sio erfüllte ihnen in der 76. Minute den Wunsch. Es war die Entscheidung in diesem immer einseitigeren Match. «Nach dem 0:2 waren wir chancenlos», stellte YB-Trainer Vladimir Petkovic nach der Partie relativ emotionslos fest. Er führte die matte Leistung auf die Müdigkeit im mentalen Bereich zurück. «Das Negativerlebnis gegen Tottenham hat Spuren hinterlassen.»

Froh um Meisterschaftspause

Die YB-Spieler erwähnten den kräftezehrenden Abstecher nach London auch, doch sie mochten ihm nicht zu viel Bedeutung zumessen. «Wir sind zu wenig kompakt gestanden, wir konnten den Gegner nicht wie gewünscht in Zweikämpfe verwickeln, und wir waren zu wenig konsequent beim Ausführen der Angriffe», meinte Christoph Spycher selbstkritisch. David Degen beklagte die mangelnde Aggressivität und die Zweikampfschwäche. Scott Sutter, der wie Affolter, Costanzo, Degen und Wölfli fürs Nationalteam aufgeboten wurde, ist froh über den bevorstehenden Umgebungswechsel. «Die Luftveränderung tut bestimmt gut.»

Moreno Costanzo, den Petkovic überraschend nicht in der Startformation nominiert hatte, sprach von einem «schlechten Tag für YB». Auf sein anfängliches Reservistendasein angesprochen, sagte er: «Ich war etwas überrascht, doch ich akzeptiere die Entscheidung des Trainers.» Costanzo war nicht der Einzige, der von Petkovics Rochaden betroffen war. Der an der White Hart Lane unglücklich spielende Lulic musste seinen Platz Regazzoni überlassen. Der Tessiner vermochte auf der linken Mittelfeldseite wie hinter ihm Raimondi nicht zu überzeugen und wurde bereits zur Pause ausgewechselt. Petkovic hätte zu diesem Zeitpunkt ebenso gut Doubai oder Hochstrasser vom Feld beordern können, denn die beiden knüpften nahtlos an die ungenügende Leistung im Rückspiel gegen Tottenham an. (Der Bund)

Erstellt: 30.08.2010, 07:08 Uhr

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5 Kommentare

Boris Vogel

30.08.2010, 10:37 Uhr
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Dieses YB hat einfach keine Stürmer. Antworten


Fritz Meier

30.08.2010, 10:05 Uhr
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Bern ist und bleibt eine Hockey Stadt !! YB wird nie ein Spitzen Team ! Antworten




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