Bürki vor der Super-League-Premiere
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 19.07.2010
Es ist eine dieser Geschichten, wie sie im Fussball immer wieder vorkommen. Vor drei Wochen dachte Roman Bürki noch, er werde die neue Saison mit dem FC Schaffhausen in der Challenge League bestreiten. Dann kam der Anruf von YB-Sportchef Alain Baumann verbunden mit der Frage, ob er, Bürki, nicht zu YB zurückkommen wolle. Der Goalie musste nicht lange überlegen. «YB ist mein Verein. Es ist schon lange mein Traum, eines Tages für diesen Klub zu spielen», sagt der 19-jährige Münsinger. Dass der Traum so schnell in Erfüllung geht, habe er hingegen nicht gedacht. Er ging davon aus, dass Paolo Collaviti in der Spielzeit 2010/11 hinter Marco Wölfli die Nummer zwei bildet. Die sportliche Führung kam zu einem anderen Schluss: Sie setzte auf den ausgeliehenen Junioren-Nationalgoalie, löste Collavitis Vertrag auf und ernannte ihn stattdessen zum Nachwuchsgoalie-Ausbildner.
Gegen seinen letztjährigen Klub
Roman Bürki muss die zu Unzeiten vollzogene Rochade im Goalieteam nicht weiter kümmern. Sein Fokus ist ganz auf den heutigen Match gegen den FC Thun gerichtet, wo er den gesperrten Marco Wölfli ersetzt. Bürki wirkt zwei Tage vor der Premiere in der Super League locker und entspannt. Er wisse, was er könne, sagt der talentierte junge Mann, dem YB-Goalietrainer Peter Kobel eine grosse Karriere voraussagt. «Kurz vor dem Match werde ich bestimmt etwas nervös sein», ergänzt er. Für Bürki ist es insofern ein besonderer Match, als er die Vorrunde der vergangenen Saison beim FC Thun bestritt. Viele Möglichkeiten, sein Können zu zeigen, bekam er jedoch nicht. Trainer Murat Yakin ernannte bald Sacha Stulz zur Nummer eins. Bürki hegt deswegen keinen Groll. Obwohl er noch keine 20 ist, kennt er die Mechanismen des Profifussballs schon recht gut. Deshalb käme ihm auch nicht in den Sinn, schon jetzt Ansprüche auf einen Stammplatz zu stellen bei YB. Er wird sich nach den beiden Begegnungen, in denen er Wölfli vertritt, ohne zu murren wieder auf die Ersatzbank setzen und auf seine nächste Chance warten.
Thun - Young Boys heute 17.45
Absenzen: Thun ohne Lüthi (gesperrt) und Matic (verletzt); YB ohne Wölfli, Hochstrasser (beide gesperrt), Lingani und Zimmermann (beide verletzt).
Statistik: Als der FC Thun 2007/08 letztmals der Super League angehörte, gab es für sie im Berner Derby mit YB keinen Sieg. Zweimal konnte Thun dem «grossen Bruder» ein torloses Remis abringen, die anderen Partien gingen verloren (2:4 und 0:4).
Roman Bürki trug letzte Saison das Thuner Dress. Heute spielt er mit YB gegen den Aufsteiger erstmals in der Super League. Foto: EQI (Der Bund)
Erstellt: 19.07.2010, 14:58 Uhr
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