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Bärtschi & Burren: Fixie-Filosofie

Von . Aktualisiert am 15.04.2010 2 Kommentare

Als selbst ernannter Genderexperte fordert Bärtschi darum ultimativ: Ladies Night auch gegen Basel! Und gegen Zürich! Und vor allem auch gegen Sitten! Denn Frauen haben dasselbe Recht wie Männer, die Contenance zu verlieren, fremde Leute zu beleidigen und gepflegt auszuschreiten!

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Bärtschi trat in die Pedale seines Fixies und suchte nach dem englischen Begriff für Gegenwind. Er fand ihn nicht auf Anhieb. Das ärgerte ihn, denn Bärtschi mag es nicht, etwas nicht zu wissen, aber bald fand er es auch irgendwie entspannend, ein bisschen überlegen zu müssen und nicht immer gleich im Internet nachzusehen. Die eigene Unwissenheit auszukosten - das ist ein gemeinhin unterschätzter Luxus, dachte Bärtschi. Es muss ja niemand davon Wind bekommen.

Sein Fixie findet Bärtschi zwar nicht eigentlich komfortabel, aber es sieht halt super aus und es ist das Must-have der Saison. Zugunsten der Optik muss der Komfort manchmal eben ein wenig hintangestellt werden. Analoges gilt schliesslich auch für Monicas High Heels, folgerte er, also strukturell ausgedrückt natürlich, und übersprang betont unangestrengt einen Randstein.

Beim Thema «hohe Absätze» wanderten Bärtschis Gedanken weiter zur «Ladies Night», die sein Verein seit längerem im Event-Programm führt, um sich bei der weiblichen Klientel anzubiedern. Natürlich im Rahmen des kontrollierten Risikos: Immer sind es harmlose Spiele ohne «Dritte Halbzeit» (also gegen sympathische Teams wie Bellinzona), immer sind es Spiele, bei denen nicht die Gefahr besteht, dass sie plötzlich ausverkauft sein könnten (also gegen langweilige Teams wie Aarau). Und immer wird irgendein dämliches Give-away verteilt, folgerichtig nur an die Damen. Lippenpomade zum Beispiel. Oder Nagelfeilen.

Bärtschi lehnt diese Sonderveranstaltungen für Frauen aus prinzipiellen Gründen ab. Nicht, weil er im Stadion keine aufgedonnerten Schminkmäuse sehen will, nein, das ist ihm egal. Er fragt sich aber, ob der Verein Frauen als Kundinnen ernst nimmt, wenn er sie behandelt wie schützenswerte Mängelwesen. Als selbst ernannter Genderexperte fordert Bärtschi darum ultimativ: Ladies Night auch gegen Basel! Und gegen Zürich! Und vor allem auch gegen Sitten! Denn Frauen haben dasselbe Recht wie Männer, die Contenance zu verlieren, fremde Leute zu beleidigen und gepflegt auszuschreiten!

Bärtschi nickte zufrieden. So kämpfte er gerne für die Sache der Frau. (Der Bund)

Erstellt: 15.04.2010, 09:55 Uhr

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2 Kommentare

Simona Isler§

15.04.2010, 09:58 Uhr
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Herzlichen Dank! Ich habe mich schon lange nach einem Statement gegen diese unsäglich sexistische Ladies Night gesehnt. Antworten


Martin Häberli

15.04.2010, 14:30 Uhr
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Ladies Night sexistisch? Ich finde es eher sexistisch, dass es keine Men's Night gibt, wo Mann vergünstigten Eintritt hat und evtl. noch ein Gratisbier ausgeschenkt bekommt. Gleichberechtigung wo? ;-) Antworten




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