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Bern

«Nach einem Tag war es klar»

Von Dölf Barben. Aktualisiert am 14.08.2009

Damian Tanner (14) aus Kirchberg hat diese Woche das neunte Schuljahr begonnen. Er weiss bereits, was aus ihm werden soll.

Damian Tanner. (Valérie Chételat)

Damian Tanner. (Valérie Chételat)

«Letzten Herbst habe ich einen Schnuppertag in einer Uhrenfabrik in Biel gemacht. Ich durfte zwar nur zuschauen, denn dort werden sehr teure Uhren hergestellt, sie kosten 5000 Franken und mehr. Nach diesem Tag war mir aber ziemlich klar, dass dies das Richtige ist. Später war ich noch an der Uhrmacherschule in Grenchen schnuppern. Dort konnte ich eine Uhr auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Um an dieser Schule die Lehre antreten zu können, muss ich noch einen Test bestehen.»

«Ich weiss schon lange, dass ich etwas Handwerkliches lernen will. Und ich weiss auch schon seit einiger Zeit, dass mich der Umgang mit kleinen Teilen besonders interessiert. Als Polymechaniker müsste ich mich für meinen Geschmack mit zu grossen Dingen beschäftigen. Ja, stimmt, selber trage ich keine Uhr. Auch Uhrmacher tragen selten Uhren, ich weiss nicht, warum. Vielleicht haben sie genug Uhren um sich herum.»

«In unserer Klasse wissen die meisten, was sie nach der Schule machen werden. Ich besuche jetzt zwar die Quarta in Kirchberg, aber das Gymnasium ist für mich kein Thema. Nach neun Jahren Schule bin ich froh, dass etwas Neues anfängt. Selbstverständlich ist es schön, jetzt mit meinen Kollegen und Kolleginnen noch ein letztes Schuljahr zu erleben. Dass es das letzte ist, dessen bin ich mir bewusst. Danach werden wir uns nicht mehr jeden Tag sehen.»

«Vom Stoff her erwarte ich in der neunten Klasse nicht mehr allzu viel Neues. Wir werden den Ersten und Zweiten Weltkrieg durchnehmen. Für Geschichte interessiere ich mich nicht besonders, aber es ist sicher gut, wenn man über die beiden Weltkriege Bescheid weiss. Auch für Politik interessiere ich mich nicht wirklich. Zeitung lese ich ab und zu, vor allem den Sportteil, aber auch das, was auf der Titelseite steht oder sonst aktuell ist.»

«Der Fussball ist für mich nach wie vor sehr wichtig. Neu spiele ich in der Kategorie B-Promotion. Das ist für mein Alter die beste Stärkeklasse in der Umgebung. Wir trainieren dreimal pro Woche; da bleibt nicht so viel Zeit für anderes. Im Fussball möchte ich schon noch weiterkommen, aber mehr hobbymässig – mein Ziel ist es nicht, mal in einer Spitzenmannschaft zu spielen. Dazu hätte ich viel früher von Kirchberg zu Solothurn oder so wechseln müssen. Aber das ist für mich nicht der Punkt. Vielleicht wäre ein solches Ziel für mich viel wichtiger gewesen, wenn ich schlechter in der Schule wäre.» (Der Bund)

Erstellt: 14.08.2009, 10:25 Uhr

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