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Bern

«Mit Menschen zu tun haben»

Von Patricia Götti. Aktualisiert am 10.08.2009

Sara Mischler (15) aus Bern blickt dem Beginn der Quarta am Gymnasium gespannt entgegen.

Sara Mischler. (Franziska Scheidegger)

Sara Mischler. (Franziska Scheidegger)

«Ein Jahr älter zu sein, ist schon schön: Die Eltern erlauben einem mehr, zum Beispiel, am Wochenende erst mit dem letzten Bus heimzukommen. Dieses Jahr hab ich meinen Geburtstag im Mai nicht gross gefeiert, denn meine Mutter hatte einige Tage zuvor einen Herzinfarkt und lag im Spital. Dort hab ich sie täglich besucht, jeweils nach der Schule. Erst dann ist mir bewusst geworden, wie viel sie immer getan hat für uns. Zum Glück hatten wir viel Unterstützung, vor allem von den Grosseltern. Und mein Vater ist jeweils früher von der Arbeit zurückgekommen.»

«Ab heute gehe ich in die Quarta des Gymnasiums Lerbermatt. Das ist mein Wunsch-Gymer; zusammen mit zwei Freundinnen hatte ich mich für diesen beworben. Eine von ihnen muss nun aber ins Gymnasium Neufeld – hoffentlich verlieren wir nicht den Kontakt zueinander. Ein wenig ein komisches Gefühl ist es schon, nicht zu wissen, was auf einen zukommt. Wenigstens gab es schon einen Info-Anlass im Lerbermatt, da habe ich die anderen von meiner künftigen Klasse und den Klassenlehrer gesehen. Sehr gut fand ich, dass wir nachher alle zusammen in der Mensa ,Zmittag‘ gegessen haben.»

«Ich habe mich am Gymnasium für den Schwerpunkt Philosophie/Pädagogik/Psychologie als Maturfach entschieden. Mehr als Lehrerin zu werden, interessiert mich aber eigentlich eher ein medizinischer Beruf. Das hab ich gemerkt, als ich so viel im Spital bei meiner Mutter war. Was genau aus mir wird, weiss ich noch nicht. Sicher ist: Ich möchte einmal viel mit Menschen zu tun haben. Falls es mir im Gymer nicht gefällt oder ich rausfliege, kann ich mir nach wie vor eine Lehre als Dentalhygienikerin vorstellen.»

«Seit drei Monaten habe ich einen Freund, er ist ein Jahr älter als ich und geht ins Gymnasium Kirchenfeld. Ich habe ihn über meine Schwester kennengelernt, sie geht in dieselbe Schule wie er. Zusammengekommen sind wir erst, als ich schon entschieden hatte, in welchen Gymer ich gehen möchte – sonst hätte ich es mir wohl nochmals überlegt. Aber vielleicht ist es ja für die Beziehung auch besser so, wie es jetzt ist: dass wir auf verschiedene Schulen gehen.»

«Ich hole meinen Freund oft von der Schule ab. Wir gehen zusammen ins Kino, in die Stadt zum Lädele – oder wir gehen heim zu ihm oder zu mir und schauen uns ein DVD an. Mein Vater hat eine grosse Auswahl an Filmen. Mein Freund mag am liebsten Actionfilme, die schau ich mir auch gerne an. Wir wollen unbedingt noch ,Ice Age III‘ im Kino schauen gehen. Mit meinen Freundinnen gucke ich dagegen romantische Filme. Unser Lieblingsfilm ist ,Nur mit dir‘, obwohl er traurig ist: Es geht um eine tragische Liebesgeschichte.» (Der Bund)

Erstellt: 10.08.2009, 08:24 Uhr

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