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Bern

Die ABC-Schützen sind ausgewachsen

Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 16.08.2010

2001 hat der «Bund» zum Schulbeginn zehn Kinder vorgestellt, die damals in die erste Klasse kamen. Seither haben wir im August jeweils nachgefragt, wie sie die Schule erleben und was sie in der Freizeit machen. Ein Rückblick.

1/20 Die ABC-Schützen
Alicia Hämmerli (hier 2002) fand stillsitzen mühsam...
Bild: Valérie Chételat

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Das ABC ist nun längst gelernt; stattdessen mussten sich die einstigen ABC-Schützen mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Weil sie nun in einem Alter sind, in dem sie viel um die Ohren haben, haben wir heuer auf ein Interview verzichtet. Allerdings wurde der Grossteil der Jugendlichen nochmals fotografiert.

Früher mochte es Bauernsohn Rafael Salzmann aus Mülchi gar nicht, wenn ihm seine Eltern befahlen, die Schuhe schön hinzustellen. Seine Taktik: «Ich mache es einfach nicht.» Seinem neuen Arbeitgeber wird er wohl nicht widersprechen: Seit Monatsbeginn wohnt Rafael in Murist in der Nähe von Estavayer-le-Lac, wo er sein «Bure-Lehrjahr» absolviert.

Für Meret Reinhard aus Bern beginnt heute die neunte Klasse, «dies, weil ich die siebte Klasse wiederholen musste». Während sie als Erstklässlerin ihre Zeit am liebsten im Könizerbad verbrachte – «wegen der Rutschbahn» –, befasst sie sich heute mit ihrer beruflichen Zukunft. «Ich möchte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolvieren.»

Als Erstklässlerin musste Nicole Stutzmann aus Grafenried sich den älteren Kindern im Schulhaus vorstellen, «damit die nicht dauernd denken: ‹Was sind denn das für Neue?›». Als die begeisterte Volleyballspielerin im letzten Jahr in den Gymer Neufeld kam, gehörte sie wieder zu den Jüngsten. Damit ist jetzt Schluss, ab heute besucht sie die Tertia.

Der billingue Deran Surdez aus Biel konnte es als Sechsjähriger kaum erwarten, in die Schule zu gehen. Denn: «Ferien sind zwar schön, werden mit der Zeit aber langweilig.» Heute geniesst er freie Tage jeweils in vollen Zügen, vor Mittag steht Deran kaum je auf. Nun klingelt der Wecker wieder früher: Deran besucht ab heute die Handelsschule in Biel.

Luc Sohm aus Thun wollte als Erstklässler Fotograf werden, hatte er doch bereits eine eigene Kamera. Sein Lieblingssujet: «Ich fotografiere am liebsten Hühner.» Bereits damals spielte er gerne Fussball. Noch immer ist Luc ein begeisterter Fussballer. Er trainiert beim FC Rot-Schwarz Thun. Ab heute besucht er das Gymnasium Schadau.

Sara Mischler aus Bern fuhr bereits als Erstklässlerin mit dem Bus zur Schule. Zudem musste sie ihr eigenes Znüni mitnehmen; meist hatte sie vor lauter Spielen aber gar keine Zeit, dieses zu essen. Heute isst die Gymnasiastin oft in der Mensa des Gymnasiums Lerbermatt und darf am Wochenende mit dem letzten Bus vom Ausgang nach Hause fahren. Ihr Berufsziel: «irgendetwas mit Menschen».

Alicia Hämmerli aus Ins fand es früher «mühsam stillzusitzen». Viel lieber waren ihr die Pausen, in denen sie mit ihren Freundinnen spielte – und manchmal auch die Buben auslachte. Heute besucht die tierliebende 15-Jährige den Gymer Neufeld mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht.

Früher war Kai Angst aus Bern ein kleiner Pyrotechniker: Als Sechsjähriger hatte er eine farbige 1.-August-Rakete gebaut, «mit vielen Frauenfürzen drin». Heute interessiert er sich viel mehr für Computer. Nach einem Jahr im Gymer Kirchenfeld hat er sich nun für eine Lehre als Multimedia-Elektroniker entschieden. Mit dem Ziel, später die Berufsmatur zu absolvieren und Informatiker zu werden.

Am ersten Schultag wollte Damian Tanner aus Kirchberg sein Lieblings-Shirt anziehen. Darauf war ein Löwe mit einer Mähne aus Wollfäden zu sehen, «das hat Mami selber gemacht». Auch Damian ist handwerklich begabt: Heute beginnt er in Grenchen eine Lehre als Uhrmacher.

Als Erstklässlerin spielte Deborah Ackermann aus Zollikofen viel lieber drinnen als draussen. «Zwischendurch schickt mich meine Mutter aber raus.» Heute steht die sportbegeisterte 16-Jährige allerdings freiwillig in der Kälte, um die Spieler des SCB anzufeuern. Ein Berufsziel hat die Wirtschaftsgymnasiastin noch nicht. (Der Bund)

Erstellt: 16.08.2010, 15:22 Uhr

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