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Bern

Züri West singt für die Reitschule

Das Komitee «Reitschule bietet mehr» bekämpft mit verschiedenen Aktionen die Initiative, die den Verkauf des Berner Kulturzentrums fordert. Geplant ist beispielsweise eine CD, an der sich prominente Künstler beteiligen wollen.

Die Reitschule in Bern: Das Komitee «Reitschule bietet mehr» kämpft gegen den Verkauf des Kulturzentrums.

Die Reitschule in Bern: Das Komitee «Reitschule bietet mehr» kämpft gegen den Verkauf des Kulturzentrums.
Bild: Keystone

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Zugesagt hätten Züri West, Patent Ochsner, Stiller Haas oder die Nachwuchs-Rapperin Steff la Cheffe, sagte Reina Gehrig vom Reitschul- Komitee am Dienstag vor den Medien in Bern. Als Kostprobe gab es einen gesprochenen, mit Hintergrundmusik vertonten Text von Pedro Lenz zu hören, der die Reitschul-Initiative mit Ironie analysiert.

Bereits im Umlauf sind vier Spots für ein Nein zur Initiative der Jungen SVP, die am 26. September in Bern vors Volk. Schauspieler wie Gilles Tschudi spielten gratis in den Spots mit, die in kleineren Kinos und auf dem Internet zu sehen sind.

«Wir haben mit einem Null-Budget gearbeitet», sagte Johannes Hartmann von der Berner Produktionsfirma Decoy Collective. Unterstützung erhielten die Berner unteren anderem von einer Zürcher Firma, die für den Dreh der Spots gratis Material zur Verfügung stellte.

Regelmässige Führungen

Die nächste Aktion plant das Reitschul-Komitee für die Stadtratsdebatte vom Donnerstag. Vorgesehen ist eine Ausstellung im Rathaus.

Um das Stimmvolk zu überzeugen, bietet das Komitee regelmässig Führungen durch das Kulturzentrum an. Diese fanden bisher auf Anfrage statt. Wegen des gestiegenen Interesses vor der Abstimmung hätten an den letzten Führungen jeweils zwischen 25 und 50 Personen teilgenommen, sagte Komitee-Mitglied Agnes Hofmann.

Wenige Wochen vor der Abstimmung soll zudem ein Solidaritätstag statt finden. Weitere Aktionen sind in Vorbereitung. Das Komitee rechnet mit Ausgaben von 20'000 bis 25'000 Franken für den Abstimmungskampf.

Das sei allerdings nur möglich, weil viele Involvierte aus Solidarität mitmachen und keine Entschädigung für ihre Arbeit wollten, sagte Karin Jenni vom Komitee. Finanzielle Unterstützung erhält das Komitee durch Einzelspenden. Unterstützt wird es zudem von mehreren Parteien und Organisationen, darunter die SP, das Grüne Bündnis oder die Junge Alternative.

Auch die Veranstalter der Berner Kulturszene setzen sich ein. «Die kulturelle Ausstrahlung der Reitschule wirkt bis ins Ausland hinaus», sagte Christian Pauli, Präsident von bekult, dem Verband von über 65 Veranstaltern im Raum Bern. Für Pauli wäre es «eine Katastrophe», wenn die Reitschule verschwände.

«Unmanierliche Enkelin»

Die frühere Gemeinderätin Joy Matter verglich die Reitschule, die nun wirklich kein Augentrost sei, mit der «unmanierlichen Enkelin einer bürgerlichen Familie». Vor Fremden schäme man sich für diese, doch insgeheim möchte sie niemand missen. «Die Reitschule gehört zu Bern wie Urs und Berna, wie der Zytglogge oder das Symphonieorchester».

Die Reitschule biete mehr als jeder Meistbietende, sagte Matter weiter. Dieser Slogan des Komitees spielt auf die Idee der Initiative an, die eine Schliessung und Umnutzung der Reitschule als Sporthalle, Kino oder Einkaufszentrum fordern.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass sich das Stadtberner Stimmvolk an der Urne zur Reitschule äussern kann. Der Gemeinderat hat sich im Vorfeld gegen die Initiative ausgesprochen. (mau/sda/)

Erstellt: 22.06.2010, 12:30 Uhr

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