Zollikofen soll neues Gemeindehaus bekommen
Von Simon Wälti. Aktualisiert am 29.06.2011 2 Kommentare
Im Februar 2010 schickte das Gemeindeparlament die Pläne für eine Sanierung des Verwaltungsgebäudes an den Gemeinderat zurück. FDP und SP waren grundsätzlich für das Geschäft, die anderen Parteien SVP, GFL, CVP und EVP jedoch dagegen, die Rückweisung wurde mit 20 zu 12 Stimmen beschlossen. Auch die Finanzkommission hatte sich gegen die Sanierung ausgesprochen. Der Gemeinderat hat nun das Geschäft überarbeitet und schlägt statt einer Sanierung einen Neubau am bestehenden Standort an der Wahlackerstrasse vor. «Wir haben in einer Klausursitzung alles auf den Tisch gelegt und sind zum Schluss gekommen, dass ein Neubau sinnvoller und wirtschaftlicher ist als eine Renovation», sagt Gemeindepräsident Stefan Funk (FDP). «Es ist die bessere Variante.» Funk hatte sich an der Sitzung des Parlaments in einer persönlichen Erklärung sehr enttäuscht über die Rückweisung gezeigt.
Kosten werden noch präzisiert
Eine Machbarkeitsstudie geht von Investitionen von 5 bis 5,5 Millionen Franken für den Neubau aus. Es handle sich aber erst um eine grobe Schätzung, die nun konkreter ermittelt werde, erklärt Gemeinderat Joseph Crettenand (SVP), zuständig für das Departement Bau. Der Gemeinderat genehmigte dafür einen Projektierungskredit von 10 000 Franken. Die Sanierungsvariante, die der Gemeinderat zuerst vorgelegt hatte, ging von Kosten von 2,8 Millionen Franken aus. Auch nach einer Sanierung bleibe das Gemeindehaus aber ein altes Gebäude, so Crettenand. Erbaut wurde es im Jahr 1963. Darum habe sich der Gemeinderat für die Variante Neubau entschieden.
Der Grosse Gemeinderat kritisierte bei der Zurückweisung unter anderem, die Sanierung sei zu teuer. Bei einer vereinfachten Sanierung wäre die Preisdifferenz jedoch nicht sehr gross gewesen, sagt Crettenand. Angeregt wurde auch, Gespräche mit der Kirchgemeinde zu führen, weil das benachbarte Kirchgemeindehaus ebenfalls Renovationsbedarf aufweise. Man sei zum Schluss gekommen, dass keine grossen Synergien bestünden. «Die Kirchgemeinde fährt getrennt», sagt Crettenand.
Betagtenheim ist nicht geeignet
Auch der Vorschlag Betagtenheim wird nicht weiterverfolgt. Das Gebäude sei für eine Gemeindeverwaltung nicht geeignet und erst in rund vier Jahren verfügbar. Zudem müsste es renoviert und angepasst werden. «Das wäre ein sehr grosses finanzielles Risiko für die Gemeinde.» Zudem wäre laut Crettenand unklar, wer die von der Verwaltung nicht beanspruchte Fläche nutzen würde. Der Gemeinderat entschied, dem Parlament keine Sanierungsvariante, sondern nur den Neubau vorzulegen. «Dass das auch Kritik absetzen wird, ist uns bewusst», sagt Gemeindepräsident Stefan Funk. «Doch warum sollten wir nicht zu unserer Meinung stehen und diese dem Parlament unterbreiten?» Das Parlament wird sich voraussichtlich Anfang 2012 mit dem Projekt befassen, bis dahin soll eine detaillierte Vorlage ausgearbeitet werden. Die Volksabstimmung könnte im Juni des nächsten Jahres stattfinden. (Der Bund)
Erstellt: 29.06.2011, 09:14 Uhr
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2 Kommentare
Die GFL stellt sich einen vorbildlichen, zukunftsorientierten Bau vor, der für Zollikofen als Energiestadt Vorzeigecharakter hat. Dazu gehören einheimisches Baumaterial, geringer Energieverbauch, 100% erneuerbare Energie. Zudem erwarten wir, dass der Gemeinderat prüft, inwiefern dem Platzmangel an öffentlichen Räumen (wie Ludothek, Bibliothek, Tagesschule) im Neubau Rechung getragen werden kann. Antworten
Ist das alte Gemeindehaus dem Herrn Präsidenten und den Gemeinderäten zu wenig luxuriös? Wahrscheinlich wird mit Sanierungsaufwand, Energiesparen und so weiter argumentiert. Doch da es sich um Steuergelder handelt, dürfte erwartet werden, dass sich die Damen und Herren nach einer sachten Renovierung des Gebäudes mit dem status quo begnügen. Reichen tut die Infrastruktur sicher noch allemal! Antworten
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