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Bern

Yoga und Wohlfühl-Konzept für das Schloss Wyl

Eine öffentliche Stiftung will das Schloss kaufen und als Denkmal erhalten.

Schlosspark und Allee sollen Ausflüglern auch weiterhin offen stehen. (Franziska Scheidegger)

Schlosspark und Allee sollen Ausflüglern auch weiterhin offen stehen. (Franziska Scheidegger)

Noch stehen vier Schlösser zum Verkauf

Nebst diversen Amt-, Wohn- und Bürohäusern versucht der Kanton Bern zurzeit die Schlösser Aarwangen, Belp und Blankenburg zu verkaufen. Bisher wechselte von den zum Verkauf stehenden Schlössern einzig das Schloss Schwarzenburg die Hand. Für 1,5 Millionen Franken ging die Liegenschaft im Dezember 2009 in den Besitz einer privaten Trägerschaft über. Für die verbleibenden Schlossanlagen sind laut Doris Haldner vom Amt für Grundstücke und Gebäude mehrere Kaufangebote eingegangen. Um wie viele Kaufofferten es sich im Einzelnen handelt, kann aber aufgrund des noch laufenden Verfahrens nicht gesagt werden. Eine regierungsrätliche Entscheidung über die eingereichten Kaufangebote ist ab Sommer zu erwarten. (sbv)

Seit Dezember 2009 sind die Türen auf Schloss Wyl verschlossen. Der ehemalige Sitz des Regierungsstatthalters steht – wie drei andere Schlossanlagen – zum Verkauf. Eine öffentliche Stiftung hat nun beim Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) ein verbindliches Kaufangebot für die einstige Trutzburg samt Umschwung und Nebengebäude eingereicht. Gemäss Nutzungskonzept soll der zum Schloss gehörende Park samt imposantem Baumbestand auch weiterhin für Ausflügler und Erholungssuchende offen stehen. Geplant ist, den Südteil des Schlosses in einen Wohn- und Bürobereich umzuwandeln, den Nordteil in eine moderne komplementärmedizinische Gemeinschaftspraxis.

Finanziert würde das Vorhaben von privater Hand. Matthias Steinmann, seines Zeichens Schlossherr in Ursellen, hat sich bereit erklärt, als Stifter nicht nur den Kaufpreis in bar zu entrichten, sondern auch die nötigen Renovationen und das jährliche Defizit der Liegenschaft zu decken. Während über den Kaufpreis mit dem Kanton Stillschweigen vereinbart wurde, belaufen sich die Kosten für Sanierungen und Anschaffungen in den ersten beiden Jahren auf rund 750 000 Franken, das jährliche Defizit wird auf 74 000 bis 114 000 Franken geschätzt. «Es ist etwas Emotionales», begründete Steinmann sein Engagement gestern vor den Medien. «Ich fände es unerträglich, wenn das Schloss geschlossen würde und für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich wäre.»

Ziel sei es, die 2003 teilsanierte Liegenschaft als Denkmal zu erhalten und diese wie bisher für öffentliche Zwecke zu nutzen. In Zusammenarbeit mit der Region Kiesental soll beispielsweise im alten Gefängnis eine «Wohlfühloase» mit Schwerpunkt Gesundheitsförderung und Prävention eingerichtet werden. Wo früher Gesetzesbrecher ihre Strafe verbüssten, könnten also künftig Yoga-Kurse und alternative Therapieverfahren angeboten werden. Abklärungen hätten gezeigt, dass eine Gemeinschaftspraxis mit Standort Schloss Wyl ein echtes Bedürfnis sei, sagt Agnes Mathys, Geschäftsführerin der Region Kiesental. Als Erweiterung dieses Konzepts schwebt den Initianten zudem eine Kooperation mit verschiedenen Institutionen vor, wie etwa dem Hallenbad Grosshöchstetten, dem Anmo-Zentrum, der Stiftung Rüttihubelbad oder dem Parkhotel Schloss Hünigen. Während die grösseren Repräsentationsräume im Nordteil des Schlosses für Veranstaltungen, Hochzeiten und Seminarien zur Verfügung stehen sollen, würde der Südteil Platz für zwei Wohnungen und Büroräumlichkeiten bieten.

Noch ist nichts entschieden

Vorerst existiert die Idee allerdings erst auf dem Papier. Die Initianten rechnen sich für ihre Offerte allerdings gute Chancen aus. Der ehemalige Regierungsstatthalter Ueli Zaugg, der im Beirat der Stiftung Einsitz nehmen wird, bezeichnete die Nutzungsidee und das Konzept als «Volltreffer». Zuversichtlich zeigte sich auch Peter Moser, Präsident der Region Kiesental und Konolfinger Gemeindepräsident: «Für uns ist das wie ein Sechser im Lotto.» Ausschlaggebend für den Zuschlag ist allerdings nicht ausschliesslich das eingereichte Nutzungskonzept. Gemäss Doris Haldner vom AGG werden die eingereichten Offerten für das Schloss Wyl auch nach den Kriterien Preis sowie Berücksichtigung der Anliegen von Standortgemeinde und Öffentlichkeit gewichtet. (Der Bund)

Erstellt: 10.03.2010, 08:30 Uhr

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