YB und die Forderung nach Perfektion
Von Peter M. Birrer. Aktualisiert am 17.08.2010 1 Kommentar
Stichworte
Draussen im Stadion hängen die Banner mit den Sternen, sie sind der untrügliche Hinweis auf eine bevorstehende Champions-League-Veranstaltung in Bern. Drinnen sitzt Vladimir Petkovic an der Medienkonferenz, und es ist, als würde der Blick auf die Sterne im Stade de Suisse auf ihn wie ein Mutmacher wirken. Tottenham Hotspur hat sich für Dienstag angekündigt, immerhin der Vierte der letzten Premier-League-Saison. Aber Petkovic, Trainer der Young Boys, meldet vom Podium herunter: «Der Gegner muss sich schon auch seine Gedanken über uns machen.»
Die Ablenkung auf prominenter Bühne kommt YB gerade recht nach aufwühlenden Tagen, die von der plötzlichen Entmachtung von CEO Stefan Niedermaier und hitzigen Diskussionen über Stil und Dringlichkeit geprägt waren. Das Thema wird beiseitegeschoben, jetzt geht es darum, das Rezept zu finden, um nach Fenerbahçe Istanbul im Playoff auch die Engländer von Tottenham zu überraschen. «Wir brauchen dafür zwei perfekte Spiele», sagt Christoph Spycher. Für Petkovic reicht das nicht: «Es braucht zwei super perfekte Spiele.» Um schnell wieder zum Selbstbewusstsein zu finden: «Egal wie der Gegner heisst: Nur eine gute Figur abgeben, damit begnügen wir uns nicht.» Das ist ganz im Sinn von Captain Marco Wölfli: «Jetzt gilt es, auf dem Platz zu zeigen, dass wir gut sind.»
Die Verteidigung von Petkovic
Dabei liegt hinter YB ein Start in die Meisterschaft, der nicht den Ansprüchen eines Titelkandidaten entsprechen kann. Er bekundete Mühe in Thun und gegen Luzern, er leistete sich erhebliche Ausrutscher in Bellinzona (1:2) und zuletzt am Samstag gegen Xamax (0:1). Dazwischen deutete die Kurve in die entgegengesetzte Richtung, zuerst gegen Fenerbahçe, dann in der Super League gegen GC. Nur lässt Petkovic den Vorwurf der Inkonstanz nicht gelten. «Wirklich schlecht waren wir nur in Bellinzona», findet er, «gegen Xamax fehlte nur die Effizienz.» Und mit Trotz in der Stimme verkündet er: «Gegen Tottenham werden wir bereit sein.» Kritische Töne vermeidet er, kritische Kommentare hält er für deplatziert, Tottenham will er sich nur mit positiven Gedanken annähern. Der Sprung in die Champions League wäre verbunden mit einem Geldsegen von mindestens 25 Millionen Franken. Der YB-Verwaltungsrat wünscht sich den möglichst raschen Vorstoss in den Kreis der europäischen Elite, er hat mit der Absetzung von Niedermaier und der Ernennung von Ilja Kaenzig zur neuen Führungsfigur deklariert, dass er Mittelmass und Ehrenmeldungen auf Dauer nicht tolerieren will. Kaenzig aber findet mit Blick aufs heutige Spiel, welches nicht ganz ausverkauft ist, massvolle Worte: «Wir bekommen zwei Gala-Spiele. Das Schönste wäre es, wenn wir ein Resultat erreichen würden, das für das Rückspiel alles offen lässt.»
Kaenzigs Einordnung des Gegners
Offiziell tritt Kaenzig sein Amt erst am Sonntag an, wenn YB wieder in die Normalität der Super League gegen den FCZ zurückkehrt. Den gestrigen Abend verbrachte er aber bereits mit der Mannschaft im Hotel Schloss Hünigen in Konolfingen, um sich auch erstmals ausführlich mit Petkovic zu unterhalten. Kaenzig kann einordnen, was mit Tottenham heute auf YB zukommen wird: «Eine starke Mannschaft aus der besten Liga der Welt. Die Engländer haben ein anderes Format als Fenerbahçe. Im Kopf sind sie nicht so wild wie die Türken.» (Der Bund)
Erstellt: 17.08.2010, 07:43 Uhr
Kommentar schreiben
1 Kommentar
Das ist wieder typisch Petkovic. Ihm fehlte gegen Xamax nur die Effizienz. Aber wo hat der denn überhaupt Chancen gesehen. Ich habe gerade mal zwei gefährliche Bälle in 90 Minuten gesehen. Beide kamen von Affolter. Sonst war aber tote Hose. Wer so selbstzufrieden ist, wird auch nichts erreichen. YB bleibt so immer nur Vize-Meister. Antworten
Bern
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!







