«Wir lassen uns durch ein 0:4 nich irritieren»

YB-Sportchef Alain Baumann am Tag nach dem deutlichen 0:4 in Basel - und warum er unbeirrt optimistisch bleibt.

Wieder im Training

Die gestrige MRI-Untersuchung vonGilles Yapis rechtem Fussgelenk bestätigte die Diagnose, welche die Ärzte bereits am Samstag nach der Verletzung im Abschlusstraining gestellt hatten: Sie ist nicht allzu gravierend, Yapi konnte bereits gestern wieder reduziert trainieren. Der Ivorer zog sich einen Anriss des Innenbands und eine Knochenprellung am Mittelfuss zu. Eine Operation wird nicht nötig. Vom Heilungsverlauf hängt nun ab, ob Yapi bereits am Samstag gegen den FC Luzern wieder für YB auflaufen kann. Zu hoffen ist es: Der 28-Jährige hatte beim 0:4 in Basel sichtlich gefehlt.

Der Tag danach scheint ein Tag zu sein wie jeder andere. Es ist zwar der Tag nach dem heftigen 0:4 der Young Boys in Basel, das zur Folge hatte, dass der Vorsprung an der Spitze auf vier Punkte schmolz. Sportchef Alain Baumann sieht aber keinen Grund, hektisch zu werden. Den Rückschlag will er nicht dramatisieren.

Alain Baumann, wie ist das Befinden am Tag nach dem 0:4 von Basel?

Körperlich gut, moralisch weniger gut, das ist klar.

Schmerzt die Niederlage vor allem, weil Basel der Gegner war? Oder weil sie so hoch ausfiel?

Keiner hat Freude, wenn er verliert. Nach dem 0:2 hätten wir uns darauf konzentrieren sollen, nicht weitere Treffer zu kassieren. Ein 0:4 sieht halt schon happig aus.

Am Anfang des Untergangs stand die Aktion, in der das Einsteigen von Goalie Marco Wölfli gegen Marco Streller als penaltyreif taxiert wurde. Zu Recht?

Man kann ihn geben, darüber müssen wir uns nicht länger unterhalten. Streller suchte den Penalty, ja, aber er hat sich in dieser Situation clever verhalten, wie ein richtiger Stürmer eben.

Sie verzichten also auf Ausreden.

Natürlich. Wir lassen uns nicht blenden, wenn wir 4:0 gewinnen. Und wir lassen uns genauso wenig von einer 0:4-Niederlage irritieren. Das Gleichgewicht behalten wir auf jeden Fall. Es gibt nach wie vor keinen Grund, nervös zu werden. Schliesslich war uns bewusst, dass wir nicht jede der 18 Begegnungen gewinnen würden. Dass jetzt diskutiert wird, ob wir im Rennen um den Meistertitel Nerven zeigen, ist nicht neu. Diskutiert und spekuliert wird sein Monaten. Und das wird sich hinziehen, bis alles entschieden ist. Daran hätte sich selbst bei einem Sieg für uns nichts geändert.

Das tönt aber ziemlich nach Understatement.

Es ist die Realität. Wir haben noch vier Punkte Vorsprung. Hätten wir gewonnen, wären wir aber immer noch nicht am Ziel. Für mich wird etwas gar viel Aufhebens gemacht um diese eine Niederlage. Ich glaube, dass wir 2010 grundsätzlich kein anderes YB sehen als in der ersten Saisonhälfte. Ich bin unverändert überzeugt von unserem Potenzial. Zweifel lassen wir keine aufkommen.

Trotzdem: Ist das, was am Sonntag passierte, vielleicht doch mehr als nur ein Umfaller?

In diesem Spiel klappte nicht viel, das ist alles, und der FC Basel hat sich die drei Punkte verdient, keine Frage. Das Bild, das wir abgegeben haben, ist aber schon neu, das haben wir aus dem letzten Halbjahr nicht gekannt. Und eines müssen wir uns schon überlegen: Warum kamen wir kaum zu Chancen?

Haben Sie für sich eine Antwort gefunden?

Nein. Der Trainerstab analysiert aber dieses Spiel wie jedes andere auch und wird ein Video mit den besten und den schlechtesten Szenen zusammenstellen.

Inwiefern beeinflussten die Zukunftsspekulationen um Gilles Yapi den Start?

Gar nicht. Was Yapi in Zukunft macht, ist seine Sache. Es ist legitim, wenn für ihn der FC Basel eine Option ist. Für uns ist es ärgerlich, dass er nicht bei uns bleiben will. Und logisch ist, dass uns der Yapi in der Form des Herbstes in Basel gefehlt hat. Jetzt geht es gegen Luzern darum, eine Reaktion zu zeigen.

Die Luzerner haben mit ihrem 4:2 gegen GC einen wesentlich besseren Start ins neue Jahr erwischt. Und der ehemalige YB-Spielmacher Hakan Yakin präsentiert sich in einer starken Verfassung.

Der FC Luzern ist nicht erst seit Sonntag in Fahrt, und es ist schön zu sehen, wie Yakin in Form ist. Aber die kann er am Samstag gern in Luzern lassen und als Tourist ins Stade de Suisse kommen. (Der Bund)

Erstellt: 09.02.2010, 07:58 Uhr

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