Bern

Weitere Kritik an BKW-Hochwasserberechnung

Aktualisiert am 21.07.2011 2 Kommentare

Nach dem Klimahistoriker Christian Pfister kritisieren weitere Fachleute die Darstellung der BKW.

Auch das geowissenschaftliche Büro «geo7» meint, die BKW unterschätze das Risiko eines Hochwassers beim AKW Mühleberg. <br />(Archiv: Stefan Anderegg)

Auch das geowissenschaftliche Büro «geo7» meint, die BKW unterschätze das Risiko eines Hochwassers beim AKW Mühleberg.
(Archiv: Stefan Anderegg)

Der Stromkonzern BKW unterschätze die Gefahr, die von Extremhochwassern auf das AKW Mühleberg ausgehe, hatte Anfang Woche der bekannte Klimahistoriker Christian Pfister erklärt. Nun äussern auch jene Fachleute Kritik, die der BKW die Grundlagen für ihre Berechnungen geliefert hatten.

Das geowissenschaftliche Büro «geo7» aus Bern berechnete vor ein paar Jahren im Auftrag des Kantons Bern, wie viel Wasser die Aare nach einem Extrem-Dauerregen im Einzugsgebiet dieses Flusses bei Bern führen würde. Auch Zahlen für Mühleberg schrieben die Fachleute in ihre dicke Studie. Auf diese Studie stützt die BKW ihre Berechnungen zum Nachweis der Sicherheit des AKW Mühleberg bei einem alle 10'000 Jahre einmal stattfindenden Extremhochwasser. BKW-Sprecher Sebastian Vogler bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen von Schweizer Radio DRS.

Die BKW dürfte aber laut Peter Mani, dem Geschäftsführer von «geo7», diese Abflusszahlen nicht einfach mit dem Extremhochwasser gleichsetzen, wie er gegenüber Radio DRS sagte. Es gelte, weitere Faktoren zu berücksichtigen. So müsse der Energiekonzern etwa beachten, dass zusammen mit extremen Niederschlägen in den Bergen auch die Schneeschmelze stattfinden könnte oder dass ein Erdrutsch die Aare staut und dann plötzlich das Wasser den Damm durchbricht. Ein weiterer Fachmann, Severin Schwab vom Berner Büro Geotest, sieht das wie Mani: Bei der Berechnung von Extremereignissen müssten weitere Faktoren berücksichtigt werden – so etwa seitliche Rutschungen.

Die BKW hingegen stellt sich auf den Standpunkt, es sei zulässig, die von «geo7» berechneten Daten als Ausgangspunkt zu nehmen. «Man kann natürlich immer Ereignisse konstruieren, die zu höheren Abflüssen und höheren Pegeln führen», sagte Thomas Staffelbach von der BKW im Radio. «Doch muss man sich immer die Frage der Wahrscheinlichkeit stellen.» (sda)

Erstellt: 21.07.2011, 07:02 Uhr

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2 Kommentare

Fabian Maeder

21.07.2011, 12:43 Uhr
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Die Frage der Wahrscheinlichkeit??? Was fällt dem Herrn Staffelbach nur ein? Ein Ereignis wie in Fukushima darf nicht nur unwahrscheinlich sein, sondern darf nie eintreten!
Mit Wahrscheinlichkeit gegen die Sicherheit zu argumentieren erscheint mir sehr unangebracht wenn nicht gar wahn-sinnig!
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