Waldbühne: Lokale Helden in der Randzone
Von Benedikt Sartorius. Aktualisiert am 19.07.2010
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Nur gerade vier Schweizer Bands schafften es ins Hauptprogramm des 27. Gurtenfestivals. Diesen vordergründigen Mangel an lokalem Schaffen fangen die Programmverantwortlichen seit 2007 mit der Wieder-Installation der Waldbühne auf, die ausschliesslich von hiesigen, bereits etablierten Künstlerinnen und Künstlern sowie auch vom Nachwuchs bespielt wird.
Zu bestaunen war in der steilen Hanglage etwa die couragierte Berner Rapperin Steff La Cheffe. Ihre Stärken als grossartige Beatboxerin kamen beim einstündigen Auftritt mit einer gar dominanten fünfköpfigen Band allenfalls zu kurz, doch der Weg hin auf die grösseren Bühnen ist für die 22-Jährige vorgezeichnet.
Vom Sprechgesang des südafrikanischen Gastrappers Rattex Rah angetrieben, begeisterten Filewile zur samstäglichen Geisterstunde mit ihrem Spielwiesen-Dub. Das Produzentenduo Deejot und Dustbowl – im Verbund mit Bassist Mago Flück und der Ausnahme-Sängerin Joy Frempong – vagabundierten freudig, packend und hochaktuell durch die Elektrolandschaft, trotz der unzulänglichen Bühnen-Tonanlage.
Auf der Höhe der Zeit präsentierte sich auch das Trio My Heart Belongs To Cecilia Winter um den flatterhaften Sänger Thom Luz. Mit ihren gebrochenen Indie-Hymnen, verhallten Gitarren und Duogesängen traf die Band, die ihr gefeiertes Debüt dieses Jahr beim Berner Label Chop Records veröffentlichte, im strömenden Regen mitten ins Herz.
Energischer und doch merklich gereift griffen derweil die in Musikblogs kontrovers diskutierten Navel in die Bluesgeschichtskiste. Die Basler um den Gitarristen und Sänger Jari Altermatt spielten verschlurft, ohne die Songs aus den Augen zu verlieren, und erreichten eine rare Intensität, die ein grösseres Publikum abseits der Waldbühnen-Randzone mehr als verdient hätte. (bs) (Der Bund)
Erstellt: 19.07.2010, 07:50 Uhr
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