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Bern

Vorschussapplaus für den neuen Jugendtreff

Der geplante Jugendtreff ist eine Lösung mit beschränkter Perspektive.

Stichworte

Sämtliche Könizer Ortsparteien sind richtiggehend Feuer und Flamme für den geplanten neuen Jugendtreff: Sie sagten an der Parlamentssitzung vom Montagabend einstimmig ja zu einem neuen Treff auf dem Areal des ehemaligen Röhrenlagers an der Schwarzenburgstrasse 196. Er soll den im September 2007 auf dem Dreispitzareal abgebrannten Jugendtreff ersetzen. Vorgesehen ist ein einfacher Holzrahmenbau. Die Baukosten betragen 410 000 Franken. Weil die Gebäudeversicherung einen Betrag von 275 000 Franken als Entschädigung für den abgebrannten Treff in Aussicht stellt, wird die Könizer Gemeindekasse lediglich mit 135'000 Franken belastet.

Löst nicht alle «Jugendprobleme»

Politisch unbestritten ist der Bau aus den unterschiedlichsten Gründen. Während die beiden jugendlichsten Vertreter im Parlament – Patrick Locher (EVP) und Laavanja Sinnadurai (SP) – betonten, der Treff sei aus Sicht der Jugendarbeit überfällig, argumentierte SVP-Vertreter Hans Moser aus einem ganz anderen Blickwinkel: «Auch aus Schlierner Sicht ist der Treff in Ordnung, denn dank ihm muss man nicht mehr unbedingt nach Schliern kommen, um Radau zu machen.» Gemeinderat Ueli Studer (SVP) wies allerdings darauf hin, dass ein Jugendtreff all die Phänomene, die man gerne als «Jugendprobleme» bezeichne, nicht einfach zum Verschwinden bringe: «Auch mit dem neuen Jugendtreff werden wir Jugendprobleme haben.» Es werde weiterhin informelle Treffpunkte geben, an denen sich einige stören dürften.

In sechs Jahren wieder zügeln?

Der künftige Jugendtreff an der Schwarzenburgstrasse ist – trotz des ungeteilten Applauses im Parlament – ein Kompromiss. Die Perspektive des Treffs an der neuen Adresse ist beschränkt: Er wird auf einer Parzelle gebaut, die im Gebiet des Entwicklungsschwerpunkts Liebefeld liegt. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass Köniz bereits in sechs bis zehn Jahren wieder einen neuen Standort suchen muss. Immerhin berücksichtigt das beschlossene Projekt ein solches Szenario bereits: Der geplante Bau lässt sich relativ leicht zerlegen und zügeln. Etwas unklar ist aber, ob der Treff längerfristig überhaupt gross genug bemessen ist. Nach Patrick Lochers Einschätzung kann das Raumangebot des Treffs langfristig nicht genügen. Er liegt in einem Einzugsgebiet mit rund 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern, ist aber nur für 50 Jugendliche ausgelegt.

Unbefriedigende Verbindungen

Kein unbedingtes Plus ist die Lage des neuen Lokals. Auf der einen Seite der Parzelle liegt die viel befahrene Schwarzenburgstrasse, auf der anderen die Bahnlinie Bern–Schwarzenburg. Eine die Bahnlinie querende Fusswegverbindung zwischen dem Neuhausplatz und dem Liebefeld-Park, die auch den Jugendtreff bestens erschliessen würde, ist zwar in Planung. Realisiert wird dieser Fussweg aber erst in unbekannt ferner Zukunft. Der Treff hingegen soll bereits Anfang 2011 eröffnet werden – falls das Projekt nicht durch Einsprachen verzögert wird. Verzögerungen könnten für Köniz übrigens ziemlich ins Geld gehen: Die Gebäudeversicherung garantiert ihre Leistungen nur bis 2012. Sollte Köniz aufgrund von Einsprachen einen neuen Standort suchen müssen, dürfte dies in einiger Hektik geschehen. (Der Bund)

Erstellt: 25.08.2010, 09:45 Uhr

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