Video: Totaler Stress beim «Bund»
Neben dem jeweils verschiedenen Zeitungskopf unterscheiden sich die zwei Zeitungen auch in der Farbgebung. So behält «Der Bund» seinen typischen blauen Farbton. Auch im Aufbau sind die Blätter verschieden. Dies soll die Eigenständigkeit der Partnerinnen unterstreichen, wie «Bund»-Chefredaktor Artur K. Vogel erklärt.
Die treue «Bund»-Leserschaft muss sich in einigem aber umgewöhnen. So zählt der «Bund» neu noch fünf statt sechs Spalten. Die Wochenbeilage «Der kleine Bund» wird der Zeitung nun täglich als viertes Faszikel einverleibt. Dafür wird der Zeitung am Samstag das «Magazin» beigelegt.
Inhaltliche Zusammenarbeit
Auch Inhalte übernimmt «Der Bund» vom «Tages-Anzeiger»: Die Auslandberichterstattung, grosse Wirtschaftsthemen, die überregionale und internationale Kultur sowie das Sportgeschehen, sofern es sich nicht in Bern abspielt. Die gemeinsame Bundeshausredaktion in Bern führt der «Bund».
Das Blatt wird sich laut Vogel auch weiterhin eine eigene Meinung leisten. Diskussionen über Inhalte, Gewichtung und ein Gerangel um Themen werde es «in dieser stürmischen Zweierkiste» zuhauf geben. Er sei zuversichtlich, dass sich der neue «Bund» etablieren könne. Die Qualität soll dank der Kooperation nicht leiden - im Gegenteil.
Mehr Hintergrund
Die Redaktion werde sich künftig noch stärker mit Primeurs und Hintergrundberichten profilieren, so Vogel. Die Inhalte sollen sich auch etwas mehr auf die Stadt Bern und ihre umliegenden Gebiete konzentrieren, wo das Blatt auf die zahlreichste Leserschaft zählen kann.
Dennoch soll die Region nicht zu kurz kommen. Organisatorisch sind die Ressorts Stadt und Region Bern sowie Kanton Bern zwar zusammengelegt worden. Die Redaktionsmitglieder haben aber alle sowohl geografische wie thematische Dossiers zu betreuen, wie Vogel erklärt.
Neu geschaffen wurde zudem die regionale Sport-Redaktion. Sie soll mit Porträts, «Trouvaillen» und Kolumnen punkten. Die bewährten Humor-Spalten «Ask-Force» und «Kurz frottiert» bleiben ebenso erhalten.
Traditionsblatt gerettet
Lange Zeit sah es für die 159-jährige Berner Traditionszeitung schlecht aus. Nach Abonnentenschwund prüfte der Mutterkonzern Tamedia die Fusion der hauseigenen «Berner Zeitung» mit dem «Bund» sowie die nun Wirklichkeit gewordene Kooperation mit dem «Tagi».
In Bern formierte sich ein Komitee zur Unterstützung der Tageszeitung. Im Zuge der Restrukturierungen gingen in Bern rund 20 Stellen verloren. (cpm/sda)
Erstellt: 15.10.2009, 10:04 Uhr
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