Verkauft für sechs Milliarden
Von Christian Brönnimann. Aktualisiert am 01.09.2010 1 Kommentar
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Führen Philosophen eine Aussage oder eine These «ad absurdum», dann zeigen sie auf, dass aus ihr ein logischer Widerspruch folgt. Daraus schliessen sie, dass die These unsinnig beziehungsweise unwahr ist. Wie eine solche indirekte Beweisführung in der Praxis aussieht, demonstrierten Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Komitee «Reitschule bietet mehr» gestern Mittag auf dem Berner Bahnhofplatz. In Anlehnung an die SVP-Initiative zum Verkauf der Reitschule, über die am 26. September abgestimmt wird, inszenierten sie eine – fiktive – Versteigerung des Baldachins. Ziel der unbewilligten Aktion: sichtbar machen, wie «absurd» es aus ihrer Sicht ist, die Reitschule an den Meistbietenden zu veräussern.
Wer an der Versteigerung teilnehmen wollte, konnte sich ein Schild mit dem Logo eines Weltkonzerns oder dem Konterfei eines SVP-Lokalpolitikers schnappen und in deren Namen mitbieten. Schnell schnellte der fiktive Kaufpreis auf fünf, zehn, hundert Millionen Franken. Passanten blieben stehen und fragten sich kurz, ob auf dem «Vorplatz des Bahnhofs» (Zitat Auktionator) tatsächlich ein Riesendeal eingefädelt wird – bis sie die pinkfarbenen Reitschule-Flaggen am Auktionspodest erblickten. Derweil legten die Bieterinnen und Bieter am Mikrofon dar, was sie mit dem Baldachin anstellen möchten – neue Fenster für einen Firmenhauptsitz herstellen, zum Beispiel. Erwartet wurden solche Ideen explizit nicht: «Sie müssen keinen Plan haben, was sie mit dem Baldachin machen wollen. Das Höchstgebot reicht, um ihn zu kaufen», mahnte der Auktionator mehrmals lauthals.
Den Zuschlag erhielt zum Schluss übrigens ein Konsortium von UBS, BP und weiteren Konzernen. Nach über einer halben Stunde war der Kaufpreis des Baldachins auf «absurde» sechs Milliarden Franken gestiegen. (Der Bund)
Erstellt: 01.09.2010, 08:56 Uhr
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Hans Nydegger
Einfach nur genial :) Weiter so! Antworten