Verein sucht Millionen für Berner Schlösser
Von Matthias Raaflaub. Aktualisiert am 04.12.2009
Heute Abend wird in Bern der Verein Berner Burgen und Schlösser aus der Taufe gehoben. Dieser will erreichen, dass historische Bauten des Kantons öffentlich zugänglich bleiben. Über eine Stiftung gedenken die Gründungsmitglieder Adrian Dellenbach und Erika Herrmann historische Liegenschaften zu erwerben.
Zurzeit stehen acht historische Gebäude zum Verkauf: die Schlösser in Aarwangen, Belp, Blankenburg und Schlosswil, die Amtshäuser Erlach und Meiringen sowie zwei Liegenschaften in La Neuveville und Belp. Der Verein will «nach Möglichkeit alle» erwerben, wie der Mitgründer Dellenbach gestern auf Anfrage sagte. Die Käufer müssten dafür laut Dellenbach mindestens 26,7 Millionen Franken aufwenden. Um ein Gebäude zu erwerben, ist mehr als eine Million Franken nötig. Die Ziele des Vereins sind hochgesteckt, zumal der Kanton Bern Offerten für die Liegenschaften nur bis zum 15. Januar 2010 entgegennimmt. Und: «Geldzusagen sind noch ausstehend», meinte Dellenbach, der schon als Promotor mehrerer unternehmerischer Ideen bekannt ist. «Wir sind tatsächlich arg in Zeitnöten.» Der Verein strebt auch die Schaffung einer Fachstelle für historische Bauten an, welche den Umgang mit Burgen und Schlössern institutionalisiert.
Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion hat die öffentliche Nutzung bei einigen Liegenschaften als Kaufbedingung festgeschrieben. Die Ziele des Vereins wollte Doris Haldner, Leiterin Portfoliomanagement im Amt für Grundstücke und Gebäude, nicht kommentieren. «Wir haben vom Verein Kenntnis», sagte sie. Dellenbach beteiligt sich als Interessent am laufenden Verkaufsverfahren.
Verkauf im kommenden Jahr
Der Kanton gibt die Schlösser und Burgen ab, da er sie nicht mehr als Verwaltungsgebäude benötigt. Dies ist ein Effekt der Reform der dezentralen kantonalen Verwaltung und der Justizreform, welchen das Berner Stimmvolk im September 2006 zustimmte. An wen verkauft wird, wird der Regierungsrat im Frühjahr 2010 entscheiden. Noch laufen Besichtigungen. Für die acht Liegenschaften lagen im Juni dieses Jahres 50 Angebote vor. (Der Bund)
Erstellt: 04.12.2009, 08:49 Uhr
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