Ursprung der Mannenberg-Ruine bleibt rätselhaft

Die Sanierung der Mannenberg-Burg ist abgeschlossen. In ihrem alten Glanz wird sie aber nie wieder erstrahlen.

Der Ursprung der Burg Mannenberg – im Bild der Rundturm – liegt auch nach der Sanierung im Dunkeln. (Franziska Scheidegger)

Der Ursprung der Burg Mannenberg – im Bild der Rundturm – liegt auch nach der Sanierung im Dunkeln. (Franziska Scheidegger)

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6000 Mannstunden, 145 Tonnen Kiessand, 60 Tonnen Steine und 30 Tonnen Bindemittel: Der Effort ist beachtlich, der geleistet wurde, um die Burgruine auf dem Mannenberg bei Zweisimmen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Nach über dreijähriger Arbeit stellte gestern ein Team des kantonalen archäologischen Diensts und der Stiftung Burg Mannenberg das sanierte Bauwerk den Medien vor. Geht es nach Jean-Pierre Beuret, dem Präsidenten der Stiftung, soll sich die Burg künftig als wichtiges Tourismus- und Freizeitangebot im Simmental etablieren.

Auf den ersten Blick mag das Resultat der gut 880'000 Franken teuren Renovation freilich auf viele Besucher enttäuschend wirken: Statt einer kompletten Festung wartet auf den Mittelalter-Fan lediglich eine Reihe restaurierter und mit einer Aussichtsplattform versehener Mauern. «Es ging bei der Sanierung nicht darum, die ganze Burg wieder aufzubauen», verdeutlichte Armand Baeriswyl vom Archäologischen Dienst gestern. «Unser Ziel war lediglich, die Ruine für die Nachwelt zu erhalten.»

Geplündert, verbrannt, verlassen

Die Ruine war bis 2008 in einem denkbar schlechten Zustand: Feuchtigkeit und Pflanzenbewuchs drohten die Überreste komplett zu zerstören; weite Teile waren entweder eingestürzt oder im Boden versunken. Wenig erinnerte noch daran, dass die Burg im Obersimmental im Mittelalter heiss begehrt war: Walliser, Greyerzer und Berner rangen um die Kontrolle über diesen wichtigen Knotenpunkt der grossen Handelsrouten über die Alpen – teils mit politischen Mitteln, teils mit Waffengewalt. Im Jahre 1349 wurde die Burg Mannenberg von bernischen Truppen belagert und nach der Eroberung geschleift. In der Folge gaben die neuen Herren die ausgeplünderten und verbrannten Überreste auf und verlegten ihre Landvogtei in die nahe gelegene Burg Blankenberg.

Während der Untergang der Burg Mannenberg recht gut dokumentiert ist, liegt ihr Ursprung nach wie vor im Dunkeln: Man weiss weder genau, wer die Festung errichtet hat, noch wann sie gebaut wurde. «Um das herauszufinden, wären umfangreiche Ausgrabungen notwendig gewesen», sagte Baeriswyl. Auf diese habe man verzichtet, weil manche verschütteten Teile der Burg unter der Erde am besten konserviert blieben. Der Archäologe vermutet, dass die Burg im frühen 13. Jahrhundert von einem lokalen Adelsgeschlecht gebaut wurde und ursprünglich einen weitaus grösseren Gebäudekomplex umfasste, als die heute sichtbaren Reste annehmen lassen. Im späten 13. Jahrhundert erweiterte man die Anlage um einen teilweise erhaltenen Rundturm – nicht aus wehrtechnischen Gründen, wie Baeriswyl anmerkte, «sondern weil es damals in Mitteleuropa schlicht so Mode war».

Die sanierte Burg wird am Samstag, 2. Juli, mit einem Mittelalterfest eingeweiht. (Der Bund)

(Erstellt: 23.06.2011, 08:54 Uhr)

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