Unihockey: «Wir sind in Schönheit gestorben»
Heinz Zaugg. (zvg)
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Die Tigers ein bisschen «böser»
Obwohl erst im letzten Moment in die Playoffs gestossen, gewannen die Langnauer Unihockey Tigers den Viertelfinal gegen Köniz letztlich souverän.
Des einen Leid, des anderen Freud. ÂPhilippe Soutter, Coach der Unihockey Tigers Langnau, zeigte sich nach gewonnener Schlacht gelöst: «Wir haben unseren Steigerungslauf optimal abgeschlossen.» Auch im sechsten und entscheidenden Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen Floorball Köniz starteten die Emmentaler furios und führten bereits nach zehn Minuten mit 3:0. «Im Gegensatz zu den Spielen vom vergangenen Wochenende gerieten wir anschliessend nicht mehr ins Zittern. Wir spielten clever, fokussiert und waren vielleicht ein bisschen ‚böser‘», sagte Soutter. Für Gegner Köniz, der als 4. der Qualifikation zumindest auf dem Papier als Favorit gegolten hatte, hatte er nur gute Worte übrig: «Ich habe grossen Respekt vor der Leistung dieser Mannschaft. Sie hat eine klare Handschrift und mit David Jansson einen jungen, entwicklungsfähigen Trainer. Floorball Köniz hat ein Riesenpotenzial und ist für nächste Saison ein heisser TitelÂkandidat.» Vorerst träumt Soutter aber vom Double. Am Samstag spielen die Tigers im Cupfinal gegen Waldkirch St. Gallen, danach folgt die Halbfinalserie gegen den Meister. «Wir wissen, dass wir Wiler packen können. Von uns erwartet niemand etwas – ausser wir selbst.» (dje)
Heinz Zaugg, was hat gefehlt, um die Unihockey Tigers zu besiegen?
Wir haben es im entscheidenden Moment nicht geschafft, den Hebel umzulegen. Ausserdem haben wir zu viele individuelle Fehler begangen und es im Gegensatz zu den Langnauer Tigers nicht fertiggebracht, eine Playoff-Mentalität aufzubauen. Letztlich sind wir in Schönheit gestorben.
Floorball Köniz war auch physisch unterlegen.
Ich denke, dass unser Team grundsätzlich bereit war. Wir haben uns nie einschüchtern lassen, haben unser Spiel gespielt, aber am Ende fehlte trotzdem das gewisse Etwas. Sicher ist: Die Tigers haben bewiesen, dass ihre Spielkultur auf die Playoffs zugeschnitten ist.
Ausser im ersten Spiel musste Köniz immer auf Rückstände reagieren.
Das stimmt. Vieles verlief in dieser Viertelfinalserie nach demselben Muster: Wir gerieten mit ein paar Toren in Rückstand und standen mit dem Rücken zur Wand. Es ist verrückt, dass wir erst anfingen, Unihockey zu spielen, als wir das Messer am Hals hatten.
Trotzdem hat die Mannschaft nicht alles falsch gemacht, oder?
Ich bin zwar erst seit Ende Dezember im Amt, habe aber die Mannschaft auch schon vorher beobachtet. Man kann sicher sagen, dass wir eine gute Saison gespielt haben. Wir hatten gewichtige Abgänge und konnten diese sicher nicht hundertprozentig kompensieren. Und mit David Jansson kam ein neuer Coach. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte können wir zufrieden sein.
Eine Begegnung mit den Tigers hätte man allerdings vermeiden können.
Ja, wir haben mit unserer Niederlage im letzten Qualifikationsspiel gegen Winterthur den zweiten Platz verspielt. Dort ist ein Teil der Playoffs verloren gegangen, denn wir hätten von uns aus kaum die Unihockey Tigers als Viertelfinalgegner gewählt.
Die Playoffs sind Geschichte. Wie sieht die Zukunft aus?
Wir haben gute Perspektiven. Die Mannschaft sollte im Grossen und Ganzen zusammenbleiben. Wichtige Leistungsträger bleiben uns erhalten – das ist sicher auch ein Verdienst unseres Trainerduos Jansson/Wahli. Für einige Spieler war es mitentscheidend, dass wir mit diesen beiden weiterfahren.
Auf welchen Positionen muss sich Floorball Köniz verstärken?
Wir haben eine klare Schweizer Strategie. Das heisst, wir werden nach dem Abgang von Daniel Calebsson vorerst keine ausländischen Verstärkungen holen. Wir engagieren aber auch nur auswärtige Schweizer Spieler, die besser sind als unsere eigenen Spieler. Prioritär suchen wir Center und Spieler mit Skorerqualitäten.
Wie weit sind die Verhandlungen schon fortgeschritten?
Ich möchte an dieser Stelle keine Namen nennen. Sicher ist einzig, dass die Verhandlungen auf Hochtouren laufen und wir uns mit drei bis fünf Spielern verstärken wollen. Unser Kader soll qualitativ wachsen.
Alle Konkurrenten verstärken sich mit zum Teil namhaften ausländischen Spielern. Ist diese Schweizer Strategie überhaupt realistisch?
Eines vorweg: Unsere finanziellen Möglichkeiten sind beschränkt. Ich bin überzeugt, dass wir mit einem reinen Schweizer Kader bestehen können. Und wenn es nicht funktioniert, können wir uns immer noch im April oder Mai nach einer ausländischen Verstärkung umsehen. Dank Trainer David Jansson haben wir gute Kontakte nach Skandinavien. (Der Bund)
Erstellt: 01.03.2010, 09:19 Uhr
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