Umbau des Kursaals beginnt diese Woche

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 01.09.2010

Die Einsprachen gegen das 30-Millionen-Projekt sind alle zurückgezogen worden. Unter den Einsprechern war auch die Klinik Beau-Site.

Umgebaut wird vor allem das Innere des Kursaals. (zvg)

Umgebaut wird vor allem das Innere des Kursaals. (zvg)

Um eine Verzögerung des Bauvorhabens zu verhindern, habe man ein Gesuch um vorzeitigen Baubeginn eingereicht, sagt Patrik Scherrer, Direktor des Kursaals und des Hotels Allegro. Das Statthalteramt Bern-Mittelland hat diesem Gesuch nun zugestimmt. «Der Baubeginn wird noch in dieser Woche stattfinden», sagt der Kursaal-Direktor. In einem ersten Schritt gehe es um die Errichtung der Bauinstallationen sowie um Aushub- und Abbrucharbeiten im Zusammenhang mit der unterirdischen Technikzentrale. Die Baustellenzufahrt wird von Norden her erfolgen. Dieses Vorgehen sei mit den Anwohnern abgesprochen, sagt Scherrer. Der Kran werde am 9. September errichtet. Der definitive Bauentscheid ist gemäss einer Mitteilung des Statthalteramtes im Laufe des Herbstes zu erwarten.

Beau-Site befürchtete Nachtlärm

Laut Statthalter Christoph Lerch (SP) gab es insgesamt vier Einsprachen, drei davon stammten von privater Seite. Die institutionelle Einsprache sei von der Klinik Beau-Site eingereicht worden. Sie habe «Lärm und Immissionen» befürchtet, sagt Lerch.

Die Einsprache der Klinik ist insofern erstaunlich, als das Beau-Site im Februar einen Verzicht auf eine Einsprache bekannt gegeben hatte (der «Bund» berichtete). Dieses Entgegenkommen wurde möglich, nachdem die Kongress + Kursaal Bern AG ihrerseits auf weitere Einsprachen gegen den Ausbau der Klinik verzichtet hatte. Die Kursaal-Betreiber waren bis vor Verwaltungsgericht gegen den Bau der onkologisch-palliativen Station samt Arzthaus vorgegangen. Die Stadtberner Stimmberechtigten hatten die dafür notwendige Zonenplanänderung bereits im Jahr 2001 an der Urne abgesegnet. Die Kongress + Kursaal AG hatte in ihrer Beschwerde unter anderem eine Verkleinerung des Klinikanbaus um zwei Stockwerke verlangt. Die neue Klinikabteilung sei ein «dominanter Block», der weit über den Brückenkopf der Kornhausbrücke hinausrage. Im Februar 2009 hatte das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen den Klinikausbau jedoch abgelehnt und damit den jahrelangen Rechtsstreit beendet. Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Klinik sind seit letztem Jahr im Gang.

Laut Scherrer haben sich Kursaal und Beau-Site einvernehmlich geeinigt, sodass die Klinik die Einsprache schliesslich zurückzog. «Es handelte sich um eine missverständliche Auslegung des Baugesuches», sagt Scherrer. Aus formalen Gründen habe das Baugesuch auch ein Gesuch um verlängerte Überzeit enthalten. «Wir sind aber bereits seit Jahrzehnten im Besitz einer solchen Überzeitbewilligung», sagt der Direktor von Kursaal und Hotel Allegro.

Umbau bei laufendem Betrieb

Mit dem Um- und Neubau will die Kongress + Kursaal AG ihre Konkurrenzfähigkeit im Kongressbereich erhöhen. Die Bauarbeiten für das neue Kongressfoyer sollen bis Mitte 2011 dauern. Der Zugang in die Arena wird künftig ausschliesslich durch die Glasanbauten erfolgen, da eine Trennung der Gästeflüsse von Casino und Arena geplant ist. Die Erweiterung der Hotelfassade an den Treppenturm auf der Südostseite des Gebäudes ermöglicht den Einbau von Junior-Suiten oder Seminarräumen.

Die Sanierung der über fünfzigjährigen Kongress-Arena, der Küche und weiterer rückwärtiger Dienste wird bis Mitte 2012 abgeschlossen sein. Sämtliche Bauarbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb. Einzig die Arena sei 2011/12 vorübergehend nicht benutzbar. «Der Kursaal Bern soll zur Top-Adresse für internationale Kongresse werden», sagt Scherrer. (Der Bund)

Erstellt: 01.09.2010, 08:39 Uhr

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