UPD eröffnen psychiatrisches Zentrum in Bümpliz
Von Adrian M. Moser. Aktualisiert am 17.03.2011
Mehr Behandlungskapazitäten schaffen, ohne dafür mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben – diese schwierige Aufgabe versuchen die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) mit der Eröffnung des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Bern West (GPZ West) zu erfüllen. Das neue Zentrum befindet sich an der Morgenstrasse 83 in Bümpliz. Seit November 2010 wurde der Betrieb nach und nach aufgenommen – gestern war die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Die UPD verfügen damit über drei Hauptstandorte: Waldau, Inselspital und Bümpliz.
«Die Region Bern-West war bisher unterversorgt», sagte Werner Strik, Direktor Psychiatrie der UPD, gestern vor den Medien. Er beantwortete damit die Frage, weshalb das neue Zentrum gerade in Bümpliz eröffnet wird. Das primäre Versorgungsgebiet umfasst die Quartiere im Westen der Stadt Bern, aber auch Teile von Köniz. Personen aus dieser Region nähmen die Dienste der UPD überdurchschnittlich häufig in Anspruch, sagte der leitende Oberarzt im GPZ West, Ulrich Junghan. So verursachen dort 50 000 Einwohnerinnen und Einwohner rund 15 000 stationäre Pflegetage pro Jahr, was 0,3 Pflegetagen pro Einwohner entspricht. Zum Vergleich: Im gesamten Einzugsgebiet der UPD leben 400 000 Menschen, welche jährlich rund 80 000 Pflegetage verursachen. Das ergibt lediglich 0,2 Tage pro Jahr und Person. Junghan führt diese Häufung unter anderem auf die soziale Struktur in Bern-West zurück.
Weniger Wechsel für Patienten
Das GPZ West ist ein Zusammenzug verschiedener kleiner UPD-Standorte. So gehen unter anderem die Gemeindepsychiatrische Station Ostring, das Ambulatorium West und die Tagesklinik Eigerstrasse darin auf. Als «innovatives Angebot» und gar als «Modellbetrieb» bezeichnen die UPD das GPZ West. Dies deshalb, weil darin erstmals ambulante und stationäre Behandlungsmöglichkeiten unter einem Dach vereint sind. Bisher musste ein Patient, für den die Behandlung in einer Sprechstunde nicht mehr ausreichte, an eine andere Institution überwiesen werden. Besserte sich sein Zustand, kam er wieder zurück. Diese vielen Wechsel seien gerade für psychisch erkrankte Personen schlecht, sagte Christoph Abderhalden, Direktor Pflege und Pädagogik der UPD. Im GPZ West wird der Patient immer von den gleichen Personen betreut, egal, ob er nur zur Sprechstunde kommt oder für mehrere Tage bleibt.
Mehrmals betonten die Verantwortlichen, dass die Schaffung des neuen Zentrums, von der Herrichtung der Räumlichkeiten abgesehen, keine zusätzlichen Kosten verursache. Weshalb damit die Kapazitäten trotzdem erhöht werden können, erklärte Ulrich Junghan: «Die Schnittstellen werden einfacher, die Wege kürzer.» (Der Bund)
Erstellt: 17.03.2011, 07:27 Uhr
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