Tribüne: Bern ist eine Fasnachtsstadt
Von . Aktualisiert am 24.02.2010 1 Kommentar
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Martin Doriot
Der Autor ist Vorstandsmitglied des Vereins Berner Fasnacht und verantwortlich für den Umzug. Während des Rests des Jahres ist er bei einer Versicherung im Bereich Marketing in einer leitenden Funktion tätig.
Am Samstag strömten Zehntausende Zuschauerinnen und Zuschauer in die Hauptstadt, um dem farbenprächtigen Umzug beizuwohnen und sich von den Klängen der Guggen begeistern zu lassen. Bereits am Freitagnachmittag zog es trotz nasskaltem Wetter Hunderte von Kindern ans fröhliche fasnächtliche Treiben auf dem Münsterplatz.
Herzblut und Fleiss
Für die Organisation ist der Verein Berner Fasnacht (VBF) verantwortlich, der gemeinsam mit den Behörden, der Polizei und Bern Mobil die RahmenÂbedingungen steckt.
Die richtigen «Fasmacher» sind jedoch die Akteure: Guggen, Theatergruppen, Schnitzelbänkler oder Fasnächtler mit Einzelmasken. Offiziell ab dem 11.11. – viele beginnen schon früher – wird mit viel Hingabe fleissig geprobt, genäht und gedichtet. Das investierte Herzblut und die monatelange Vorbereitung sind zwei Garanten dafür, dass die Berner Fasnacht zu einem Anlass geworden ist, der nicht mehr aus Bern wegzudenken ist.
Ehre und Ansporn
Als Anerkennung für diese Leistung durfte der Verein Berner Fasnacht vor drei Jahren den Kulturpreis der Burgergemeinde entgegennehmen. Diese Auszeichnung ehrte den VBF, spornte ihn gleichzeitig an, die kulturellen Elemente der Fasnacht auch weiterhin zu schützen und zu fördern.
Wie schon in den letzten Jahren wurde auch heuer das Sujet der Fasnacht durch einen Künstler entworfen. Nach Ted Scapa, Polo Hofer und Rolf Knie hat Graffiti- und Spraykünstler Ata Bozaci ein pfiffiges Kunstwerk geschaffen.
Fasnacht ist Kult(ur)
Auf die Bärenbefreiung mit Dällebach Kari, Narr und Fasnachtsbär stand in der Rathausgasse die Vernissage der Kunstwerke von Behinderten aus Heimen der Umgebung auf dem Programm. Auch das ist Kult(ur). Ebenso wie die kleine, mystische Hexenfasnacht am Freitag, an der zwölf Hexen eine Suppe gebraut und dazu ihren Hexensong gesungen haben. Oder wie die stille Fasnacht am frühen Samstagmorgen. Als Bern noch im Halbschlaf steckte, liefen Theatergruppen und Schnitzelbänkler in der Kramgasse bereits zur Hochform auf.
Während der ganzen Zeit präsentierte sich Bern von seiner schönsten Seite. Als eines von unzähligen Beispielen dafür ist die liebevolle Dekoration der Strassenlampen in der Postgasse zu erwähnen.
Die Fasnacht ist keine Insel
Nicht alle Fasnachtsteilnehmer sind auf den ersten Blick als solche zu erkennen: Ein Grossteil der Besucherinnen und Besucher verzichtet darauf, sich an den drei Tagen im Februar in Kostüme zu werfen. Aber auch sie sind ein wichtiges Puzzleteil für den Erfolg des Anlasses und stützen ihn überhaupt erst in der Bevölkerung ab.
Leider erhöht der übermässige Alkoholkonsum bei einigen wenigen Zuschauern die Gewaltbereitschaft. Dies zum Ärger der friedlichen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler und der Anwohner. Die Fasnacht ist keine Insel, sondern unterliegt den gleichen Gesetzmässigkeiten wie andere GrossÂanlässe in und rund um Bern.
Bern l(i)ebt die Fasnacht
Nächstes Jahr feiert die Berner Fasnacht ihr 30-Jahr-Jubiläum. Aus der einst kleinen Gruppe von Fasnachtsidealisten ist eine begeisterte und grosse Fasnachtsgemeinde geworden. Der Verein Berner Fasnacht hat sich zum Ziel gesetzt, weitere Bernerinnen und Berner für die Fasnacht zu gewinnen, mit der Vision: Bern l(i)ebt die Fasnacht. Denn eines ist klar: Bern ist eine Fasnachtsstadt. (Der Bund)
Erstellt: 24.02.2010, 14:53 Uhr
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1 Kommentar
Bern ist keine Fasnachsstadt! Die meisten Berner können dieser aufgeschreckten Selbstdarstellerei nichts abgewinnen. Saufen und auf ecklige Weise Frauen anmachen, kann man auch in jeder schlechteren Diskothek haben. Bern ist keine Fasnachtsstadt - und das ist auch gut so! Antworten
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