Stadt will Jugendliche für Berufseinstieg fit machen
Entsprechende Angebote für Jugendliche sind zentraler Teil eines Massnahmenpakets gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit. Ein Jugendlicher, der ab 18 Jahren auf Sozialhilfe angewiesen sei, koste den Staat bis zum Rentenalter stattliche 1,3 Millionen Franken, rechnete die zuständige Gemeinderätin Edith Olibet (SP) am Freitag in Bern den Medien vor. Ganz zu schweigen vom menschlichen Leid, das hinter solchen Fällen stecke.
Tatsache sei aber auch, dass die Ansprüche der Wirtschaft laufend steigen würden und immer mehr Menschen darum keine Berufsausbildung absolvieren könnten.
Für diese Menschen brauche es niederschwellige Angebote, die sie für eine Berufsausbildung fit machten, betonte Olibet. Für die kommenden drei Jahre hält die Stadt verschiedene Angebote bereit.
Dazu gehört etwa ein besonderes Förderprogramm für junge Mütter ohne Ausbildung. Ebenfalls ins Auge fasst die Stadt ein Zertifikat für junge Menschen, die den Einstieg in die Berufsbildung verpasst haben, sich aber bei einer Arbeit praktische Fähigkeiten erwerben.
Hilfe für Langzeitarbeitslose
Ein weiterer Schwerpunkt des Massnahmenpakets ist die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen bei ihrer beruflichen, aber auch bei der sozialen Integration.
Die Stadt räumt der beruflichen Integration nach wie vor oberste Priorität ein. Dennoch geht sie davon aus, dass in den kommenden Jahren längst nicht mehr alle Menschen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können.
Für solche Menschen brauche es sinnvolle Tagesstrukturen, führte Olibet aus. Hier liege der Schwerpunkt auf der sozialen Integration. Ausserdem will die Stadt zusätzliche Instrumente schaffen, um die Gesundheit, die Selbsthilfe und die Partizipation der Betroffenen zu fördern.
Wie diese aussehen, wird in den kommenden Monaten definiert, wie Felix Wolffers, Leiter des städtischen Sozialamtes, laut Redetext ausführte.
Zusammenspannen mit der Wirtschaft
Um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, schwebt Olibet eine engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft vor. Stadt und Wirtschaft hätten mit der Arbeitslosigkeit ein gemeinsames Problem, die berufliche und soziale Integration sei ein Anliegen beider Seiten.
Wie bei Bauprojekten brauche es auch bei der Integration sogenannte Private Public Partnership-Projekte.
Kosten von über vier Millionen
Das Massnahmenpaket kostet insgesamt rund 4,3 Millionen Franken. Die Stadt könne und müsse sich dies leisten, «denn alles andere kostet mehr», betonte Olibet.
Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muss die Stadt Bern nicht bei Null beginnen. Bereits 2005 schnürte die Stadt ein erstes Massnahmenpaket. Für die Jahre 2010 bis 2013 hat sie nun aber ihre Strategie überarbeitet. (mau/sda)
Erstellt: 12.03.2010, 11:54 Uhr
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